DIE ZEIT

Einschnitt

Nun ist auch Manfred Kanther aufgefallen, daß in der Türkei etwas nicht stimmt. Seit Jahren häufen sich die Berichte über die Verfolgung von Kurden, seit Monaten flehen die SPD-Ministerpräsidenten, der Bundesinnenminister möge die Abschiebestopps verlängern – doch Kanther stellte sich stets taub und verfolgte hartnäckig seine „Und-die-Kurden-sind-doch-sicher-Politik“.

Leiden in D.

Lernt doch erst mal arbeiten! – dieser Spruch empfing ungezählte Westdeutsche, die sich ganz persönlich in den Osten wagten, um die neuen Mitbürger einmal zu besichtigen.

Ins Kissen

Ist es das naßkalte britische Klima, das eine Politikerin wie Margaret Thatchers ehemalige Landwirtschaftsministerin Edwina Currie feuchtwarme Politthriller schreiben läßt? Er vergrub sein Gesicht in ihr.

Zeitspiegel

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ Mit dem berühmten Wort der Sozialistin Rosa Luxemburg ist ein Appell von Politikern, Journalisten und Wissenschaftlern überschrieben, die das Recht auf das freie Wort auch für die Junge Freiheit, Avantgarde der Reaktion, einfordern.

Wolfgang Ebert: Mehrwort

Auf einer Sitzung des neuen Bundeskabinetts kam es zu einem hitzigen Wortwechsel zwischen Rexrodt und Waigel über die Einführung einer Wortverbrauchssteuer.

Hausmitteilung Betr.: Augstein, Zukunft

Nach zermürbenden Auseinandersetzungen mit der Redaktion hat sich der Gründer des Blattes, Rudolf Augstein, durchgesetzt. Am vergangenen Dienstag stimmten die Spiegel- Mitarbeiter der Kündigung ihres Chefredakteurs zu.

Die Recherchiermaschine

Der Spiegel langweile ihn, hat Rudolf Augstein schon in den fünfziger Jahren gesagt und diesen Satz später häufig wiederholt.

KLAUS HARTUNG: Der Blick nach oben richtet nicht auf

Etwas leuchtet. Der Schriftzug „Friedrichstraße“, umkleidet von einer Sternschnuppe. Aber er leuchtet nicht aus der Tiefe einer samtenen Nacht, sondern aus der naßkalten Düsternis eines titanischen Wirrwarrs.

Die unendliche Geschichte vom Ausbau einer Straße: Mitleid mit den Krebsen

REGENSBURG. – Eine Schnellstraße soll es werden, doch ihr Ausbau gerät immer mehr zur Farce: Die Teiltrasse der Bundesstraße 16, die Regensburg mit der Grenzregion um Cham am Fuße des Oberpfälzer Waldes verbinden soll, wird nun seit fast zwanzig Jahren geplant und auch gebaut, doch ein Ende der unendlichen Geschichte ist nicht in Sicht.

BUCH IM GESPRÄCH: Universum an Ignoranz

Eine junge Deutsche, Franziska Tenner, ist herabgestiegen in die seelischen Eingeweide von fünf Frauen, auf die die Definition vom „geschlossen rechtsextremistischen Weltbild“ zutrifft (was in Deutschland, hier nur abermals bestätigt, heißt: ein geschlossen nationalsozialistisches).

Manager und Märkte

Investment-Banken: Hochzeit in London Brauereien: Abschied vom Dünnbier Stahlindustrie: Keine Angst vor Eko

Japan: Yasuo Matsushita wird Tokios neuer Zentralbankpräsident: In Krisen bewährt

Eine der Welt bislang unbekannte Lichtgestalt übernimmt Japans wichtigstes Finanzamt: Yasuo Matsushita, von dem es heißt, er habe die deutsche Sprache perfekt erlernt, indem er einzig und allein den Simultanübersetzungen auf internationalen Konferenzen folgte, wird noch am Freitag von der japanischen Regierung zum neuen Zentralbankchef ernannt werden.

Mit Gebühren eine schnelle Mark gemacht: Betrüger im Netz

Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelte bereits. Als aber dann, Mitte vergangener Woche, die International Herald Tribune die Öffentlichkeit mit einem spektakulären Bericht aufschreckte, schlugen Polizisten gleich in vierzehn Orten der Bundesrepublik zu.

Markt-Report: Ohne Eigenleben

An den deutschen Börsen sind Hoffnungen auf eine Jahresendralley längst zu Grabe getragen worden. Entsprechend niedrig sind die Umsätze.

Bank und Börse

Aktien: Bremen holt mittelständische Unternehmen an die Börse. Eine Chance für risikofreudige Anleger

Beamte und Dienstrecht: Gehaltvoll

Reformversuche zur Harmonisierung des öffentlichen Dienstrechts scheiterten meist schon, kaum daß sie bekanntwurden. Die verfassungsrechtlichen Grundsätze des Berufsbeamtentums ließen eine Vereinheitlichung der Statusunterschiede zwischen Beamten und Angestellten nicht zu, lautete stets die stereotype Begründung.

Bonner Kulisse

Neue Besen kehren gemeinhin gut. Und wenn man dem Tratsch im Bonner Umweltministerium glauben darf, kehrt der neue Besen dort eisern und zugleich eisig.

Fonds und Renditen: Kalorienreich

An guten Ideen hat es der Bochumer Gemeinschaftsbank noch nie gemangelt. Seit zwanzig Jahren versucht das kleine Institut, „Gedanken, Gesinnungen und Empfindungen in den Umgang mit Geld, Kapital, Vermögen und Produktionsmitteln“ hineinzutragen.

Politik und Gehälter: Verdienstvoll

Jeder Klempner weiß ein Lied davon zu singen: Immer diese Meckerei der Kunden, wenn die Rechnung kommt – als ob nicht jeder wüßte, daß Qualität ihren Preis hat! Ohne Preis eben kein Fleiß, oder, in der Sprache der Doktrin: Das Grenzleid der Arbeit muß durch den Grenznutzen des dabei verdienten Geldes ausgeglichen werden.

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