Anfang Januar ist die "Queen Elizabeth 2" planmäßig von New York zu ihrer Reise um die Welt in 104 Tagen ausgelaufen. Auf See will der Luxusliner die Serie von Pannen vergessen machen, die es nach der Werftüberholung gegeben hatte.

Im Dezember war das Flaggschiff der britischen Cunard-Reederei, laut Firmenwerbung "der letzte wahre Oceanliner", bei der Hamburger Werft Blohm & Voss in der Rekordzeit von nur drei Wochen für siebzig Millionen Mark aufgemöbelt worden.

Doch dann fing der Ärger an. Beim Auslaufen zur ersten Transatlantikpassage vom Heimathafen Southampton nach New York erlebten viele Reisende eine Woche vor Weihnachten eine unangenehme Bescherung: Die Badezimmer in vielen der 900 Kabinen waren nicht fertig geworden.

Noch auf der Überfahrt wurde fieberhaft daran gearbeitet. Ein Teil der Passagiere konnte die Reise gar nicht erst antreten. Nach Aussagen von mitgefahrenen Deutschen war "der ganze Kahn eine einzige Baustelle". Gudrun Schlüter, die deutsche Sprecherin der Reederei: "Schuld daran waren britische Vertragsfirmen von Cunard."

Doch die Pechsträhne riß nicht ab. Auch die Weihnachtskreuzfahrt, die am 22. Dezember in New York beginnen sollte, verzögerte sich um zwei Tage, diesmal, weil die US-Küstenwache das 67 139 Bruttoregistertonnen große Schiff wegen mangelhafter Brandschutzeinrichtungen bis Heiligabend an die Kette gelegt hatte.

Mehrere hundert verärgerte oder ausgebootete Passagiere, darunter insgesamt etwa 140 deutschsprachige Gäste, sind jedoch nach Angaben von Cunard großzügig entschädigt worden. Sie erhielten den Reisepreis voll erstattet und außerdem Preisnachlässe für weitere Buchungen. Offizielle Klagen liegen der deutschen Cunard-Vertretung bisher nicht vor.

Offenbar hatte das Cunard-Management in New York die Zeit für die QE2-Modernisierung viel zu knapp kalkuliert. Wie hoch der Gesamtschaden ist, steht noch nicht fest.

Inzwischen sollen jedoch alle Mängel behoben sein. Auf ihrer Weltreise hat die Queen inzwischen mit 1800 Passagieren und 1000 Besatzungsmitgliedern den Panamakanal passiert. Weitere Stationen auf der Weltreise sind Los Angeles, Honolulu, Nagasaki, Sydney, Hongkong, Singapur, Bombay, Mombasa, Neapel, Cannes und Southampton. Am 19. April wird das Cunard-Flaggschiff in New York zurück erwartet.

In den teuersten Kabinen zahlt ein Passagier für eine komplette Weltumrundung knapp 250 000 Mark, jedoch können auch zweiwöchige Teilstrecken in Innenkabinen schon für 5500 Mark gebucht werden, ab Ende Februar ist das Schiff nicht mehr voll belegt. Stornierungen hatte es jedoch nicht gegeben.

Im Anschluß an die Weltumrundung wird die Queen Elizabeth wie gehabt als einziges Passagierschiff im Nordatlantikdienst zwischen Southampton und New York pendeln. Insgesamt sind in diesem Jahr noch 13 Hin- und Rückfahrten zwischen Southampton und New York vorgesehen, die jeweils vier Tage und fünf Nächte dauern.

Zwar sind unter den Nordatlantikpassagieren einige, die unter Flugangst leiden. Die Mehrzahl der QE2-Kunden bucht jedoch für den Hin- oder Rückweg das Überschallflugzeug Concorde. Diese zehntägigen Arrangements mit drei Übernachtungen in New York werden mit Anreise von Deutschland für 5250 Mark angeboten, die günstigste Tour, dabei wird allerdings nicht mit der Concorde geflogen, kostet etwa 3000 Mark. Etwas zögerlich verläuft das Buchungsgeschäft: "Fährt denn das Schiff überhaupt noch?" Fragen wie diese bekommt man nun gelegentlich zu hören. Auskunft: Cunard, Tel. 040/41 55 33 30.