Wer das Reich des Geochemikers James Lovelock erforschen will, bringt am besten solide Gummistiefel mit. Zumindest im Frühjahr ist die "Experimental Station" Coombe Mill sonst kaum zu betreten. "Wir überlassen das Land hier weitgehend sich selbst", erklärt Lovelock und stapft zielstrebig durch die aufgeweichten Wiesen. "Damit schaffen wir eine Art Reservat für Tiere und Pflanzen und versuchen, die ursprüngliche Vielfalt der Landschaft wiederherzustellen."

Ringsum auf den hügeligen Feldern Cornwalls weiden Schafe im Nieselregen. Kein Telegraphenmast, keine Hochspannungsleitung weit und breit; nur das Rauschen des River Carey durchbricht die Stille. Hier lebt der Schöpfer der Gaia-Hypothese weltabgeschieden mit Frau und Sohn in einer ehemaligen Wassermühle. Auf seinen zwölf Hektar Land hält sich Lovelock Pfauen, und eigenhändig hat er 20 000 Bäume gepflanzt. "Meine Nachbarn denken, ich bin verrückt", lacht Lovelock und weiß, daß er in der besten englischen Tradition der eccentric professors steht. "Meine Aufgabe ist es zu staunen - und andere zum Staunen anzuregen."

Das ist ihm zweifellos wie wenigen anderen Wissenschaftlern gelungen. Als James Lovelock Anfang der siebziger Jahre seine These vorstellte, die ganze Erde sei ein lebender Organismus, wurde sie von den Anhängern des gerade beginnenden New Age begeistert aufgegriffen. Für seine

"Wissenschaftler

folgt mir: Ihr habt nichts

zu verlieren

als Eure Zuschüsse"