Sunniten, Schiiten, Alawiten Die Mehrheit der türkischen Muslime sind Sunniten. Grundlage ihres Glaubens sind Koran und Sunna, die übereinstimmende Meinung der ersten vier Kalifen. Die Schiiten dagegen berufen sich auf Ali Ibn Abi Ralib, den Mann Fatimas, der Tochter des Propheten. Etwa 300 000 Türken und Kurden in Deutschland zählen sich zu den Alawiten, eine anatolische Ausformung des Schiismus. Sie enthält archaische Elemente des Schamanismus, aber auch der christlichen Mystik. Die Frau ist dem Mann gleichgestellt und nimmt an Gottesdiensten gleichberechtigt teil. Die Alawiten sind laizistisch und weltoffen.

DITIB Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) vertritt den offiziellen türkisch-sunnitischen Islam. Die Imame werden als Beamte vom Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Türkei bezahlt.

AMGT Die Vereinigung der Neuen Weltsicht in Europa e.V. (AMGT) ist mit zirka 20 000 Mitgliedern die größte nichtstaatliche Glaubensgemeinschaft der Türken in Deutschland und stellt auch die Mehrheit im "Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland". Sie steht der islamistischen Wohlfahrtspartei (Refah Partasi) nahe.

ICCB Die Föderation der Islamischen Gemeinden und Gemeinschaften e.V. wird von dem Eiferer Cemalettin Kaplan geführt.

Nurculuk-Bewegung Die Nurculuk-Bewegung ist eine intellektuell geprägte sunnitisch-mystische Sekte, die sich als religiöse Reformbewegung versteht.

VIKZ Die Mitglieder des Verbandes der islamischen Kulturzentren (VIKZ) werden auch als Süleymancis bezeichnet, da sich der mystisch orientierte islamische Orden auf den Prediger Süleyman Hilmi Tunahan bezieht.

ADÜTDF Die Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine (ADÜTDF) verfolgt nationalistisch-panturkische Ziele, wendet sich aber heute stärker dem Islam zu. Ihr Symbol ist der "Graue Wolf". Die zirka 20 000 Mitglieder sind in 160 Vereinen organisiert. Die ATIB hat sich von der ADÜTDF abgespalten und ist in 50 Vereinen organisiert.