Laika - einst berühmte Hündin, da als erste ihrer Art per Rakete unterwegs Richtung Weltall.

Was verbindet wissenschaftlichen Pioniergeist Ende der fünfziger Jahre mit einer Band gleichen Namens in den Neunzigern?

Nach geschichtsträchtigem Heldentum klingt diese Musik gar nicht. Laikas Samples und digitale Bearbeitungen verwandeln den Weltraum in ein warmes Wohnzimmer, wo Tekkno und Rock zusammen auf dem Sofa sitzen.

Die Londoner Band ist nicht die einzige britische Formation, die versucht, sich ihren Visionen auf digitale Weise zu nähern. Portishead, Massive Attack und Tricky aus dem Bristoler Dance-Underground oder Laikas "Too Pure"-Labelkollegen Pram arbeiten in einer Hinsicht alle am selben Ziel: Sie unterscheiden sich von den eintönig-endlosen, stampfenden Beats des radikalen Tekkno ebenso wie von den Sound-Universen einsamer Ambient-Tüftler.

Genau an der Stelle aber, wo Portishead, Tricky & Co. in ihren Samples retrospektiv und melodisch werden und zu einer Blueshaftigkeit im Gesang finden, trennt sich Laikas Weg von dem ihren.

Margaret Fiedler und Guy Fixsen, die kreativen Köpfe der Gruppe und zuständig für Gesang, Gitarre, Samples und Synthesizer, treiben ihr sowohl analog gespieltes als auch digital manipuliertes Instrumentarium zur Schnelligkeit an und kehren dabei die übliche Relation zwischen Gesang und Background in ihr Gegenteil.

Konventionell erzeugte Rhythmen von Schlagzeug, Baß und Konga werden - wie die Töne der anderen natürlichen Instrumente Marimba, Flöte, Saxophon, Gitarre - nicht nur den Samples gegenübergestellt, sondern stellenweise selbst in gesampelte Parts transformiert: Mal gegenläufig, mal parallel zu den Originalpassagen, führt das zu rhythmischen Verdopplungseffekten und zu einem charakteristischen Klangbild.