Neues Institut in Leipzig

Das "Simon Dubnow Institut für jüdische Geschichte und Kultur" an der Universität Leipzig ist im Werden. Die Gründungskommission hat einen verbindlichen Beschluß gefaßt: Noch im Sommer werden die C4-Professur für den Direktor und weitere Stellen ausgeschrieben. Der Forschungsschwerpunkt des Instituts soll in Mittel- und Osteuropa liegen und der vielfältigen Interaktion zwischen deutschen und osteuropäischen Juden vom Mittelalter bis in die Gegenwart nachgehen. Der Russe Simon Dubnow, einer der großen jüdischen Historiker dieses Jahrhunderts, wurde 1941 als 81jähriger von Kollaborateuren in Riga ermordet.

Krise in den USA

Die Auswertung umfassender Statistiken ist eindeutig: Nie zuvor war die jüdische Bevölkerung in den USA - rund 6,8 Millionen Menschen - von so dramatischen Veränderungen und inneren Widersprüchen betroffen. Die Zahl der Mischehen schnellte auf fünfzig Prozent. Die Tendenz, sich der nichtjüdischen Umwelt anzupassen, scheint unumkehrbar. Die Reformjuden reagieren offensiv auf die Krise: 88 Prozent ihrer Gemeinden akzeptieren heute Nichtjuden, die in eine jüdische Familie heiraten, als Mitglieder. Die Orthodoxen verhalten sich defensiv: Ihre Kinder wachsen in einer isolierten Welt auf, in der selbst der Kontakt zu nicht-orthodoxen Juden verpönt ist. "Amerikanisches Judentum" ist das Thema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Judaica - 4/1994, Basel.

Netzwerk gegründet

Ein neu gegründetes "Netzwerk - Geschichte und Leben der Juden in Nordrhein-Westfalen e.V." soll die vielfältigen Aktivitäten in Forschung und Praxis im größten Bundesland zusammenführen, koordinieren und auch gemeinsame Projekte möglich machen. Federführend ist Edna Brocke, Leiterin der "Alten Synagoge", Essen.