Wenn gar nichts mehr hilft gegen die Arbeitslosigkeit, dann fällt meist ein Stichwort: Deregulierung. Würde man, so das Argument, auf dem Arbeitsmarkt Angebot und Nachfrage nur ungestört zusammenkommen lassen, dann hätten wir schnell den richtigen, weil "markträumenden" Preis, und alles wäre gut. Dazu müßten jedoch Tarifverträge, Mindestlöhne, Arbeitsämter und andere Hindernisse wenn schon nicht abgeschafft, so doch zurückgedrängt werden.

Zum Glück ist die Bundesregierung nicht untätig geblieben und hat - ganz in diesem Sinne und zur großen Freude der FDP - das Vermittlungsmonopol der Arbeitsämter abgeschafft. Jeder kann heute Arbeit vermitteln. Und nun sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes privater Arbeitsvermittler, Meinrad Müller, ganz nonchalant, die Deregulierung habe den Arbeitsmarkt gar nicht entlastet. Schließlich suchten Arbeitgeber für die teure Vermittlungsprovision keine unqualifizierten Arbeitslosen, sondern Fachkräfte.

Das ist nicht erstaunlich. Märkte belohnen den Erfolg und nicht den Mißerfolg. Aber vielleicht erinnert sich das nächste Mal jemand an diese Erkenntnis, wenn wieder über Ausgabenkürzungen in der Arbeitsmarktpolitik gestritten wird.