Ein Flop schien programmiert. Als Nachfolger des Videorekorders entwickelten die Elektronikmultis Philips und Sony eine digitale Bildplatte, die in der Industrie kaum Anhänger fand. Konkurrenten wie der japanische Branchenführer Matsushita stellten sich statt dessen hinter das Konkurrenzprodukt von Toshiba und Time Warner.

Doch Philips-Chef Jan Timmer und sein neuer Kollege bei Sony, Nobuyuki Idei, haben nicht aufgegeben. Nun ist ihr Produkt wieder da - unter einem anderen Namen. Als Multimedia-CD feierte das Produkt jetzt bei einer Präsentation des Abspielgeräts in San Francisco eine Wiedergeburt. Die beiden Konzerne bleiben dabei, daß ihr System technologisch besser sei und vor allem auch erlaube, alle Arten interaktiver Multimedia-Programme zu nutzen.

Unterstützung gewann das Gespann Timmer/Idei vor allem bei den Herstellern von CD-ROM-Laufwerken, die in immer mehr Computern verwendet werden. Doch als mindestens ebenso wertvoll könnte sich ein anderer Partner erweisen: Der japanische Elektronikhersteller JVC, der einen Vorläufer der Multimedia-CD für Karaoke-Programme nutzt, erkennt die Fähigkeiten des neuen Produkts an. Das Bekenntnis ist zwar windelweich formuliert, aber trotzdem wichtig: JVC gehört de facto zum Matsushita-Konzern.

Schlimme Aussichten: Die jüngsten spektakulären Kursgewinne des Yen gegenüber dem Dollar - zeitweise nahezu zwanzig Prozent in einem Monat - werden die japanische Autoindustrie tief in rote Zahlen stürzen, wenn sich der Greenback nicht wieder kräftig erholt. Das prophezeit Wirtschaftsforscher Noriyuki Matsushima vom angesehenen Nikko Research Center. Von den fünf größten Konzernen könnte bei einem Kurs von 80 Yen pro Dollar nur Branchenführer Toyota noch Gewinne machen, und zwar 2,6 Milliarden Mark vor Steuern im laufenden Geschäftsjahr, wovon allerdings fast 2 Milliarden Mark aus dem Nicht-Auto-Geschäft stammen würden. Honda und Mitsubishi werden, so die Prognose, dann in die Verlustzone rutschen; Nissan und Mazda können alle Hoffnungen begraben, nach langen Defiziten wieder Gewinne zu machen.

Aber auch bei Toyota läuten die Alarmglocken. "Ein Kurs von 84 oder 85 Yen pro Dollar zwingt uns, Arbeitsplätze abzubauen", gesteht Toyotas Finanzchef Hiroshi Okuda ein. Die Aufwertung des Yen "geht zu schnell", meint Matsushima: "Die Unternehmen können nicht so rasch reagieren, weil Kostensenkungen nur bei Modellwechseln möglich sind."

In seinem Feldzug gegen den italienischen Bekleidungsriesen Benetton mußte der Kasseler Anwalt Ulfert Engels in den vergangenen Tagen gleich zwei Niederlagen einstecken. Zwei von ihm vertretene Händler, die sich mit dem Verweis auf die angeblich geschäftsschädigende aggressive Benetton-Werbung geweigert hatten, offene Rechnungen für Kleiderlieferungen zu bezahlen, wurden jetzt in erster Instanz dazu verurteilt, ihre Außenstände samt Zinsen an die Italiener zu bezahlen.

Engels, der eine Reihe unzufriedener Benetton-Händler vertritt, die sich zu einer Interessengemeinschaft (IGB), zusammengetan haben, will freilich nicht aufgeben. Es laufen noch eine Reihe ähnlicher Verfahren, und zumindest in einem Fall hat er schon Berufung angekündigt.