So um halb eins sind wir zurück an der Basis. Geräte und Anzüge werden mit Süßwasser gespült, dann mache ich noch Abrechnungen und Eintragungen in die persönlichen Logbücher der Taucher. Um eins fahre ich nach Hause, mache mir eine Suppe oder einen Teller Pasta mit Salat. Um zwei bin ich wieder an der Basis.

Nachmittags sind die Anfänger dran. Der Grundkurs nach der amerikanischen PADI-Methode dauert fünf Nachmittage. Zuerst kommt eine Theoriestunde, dann fahren wir mit dem Boot in eine ruhige Bucht, wo die Theorie in die Praxis umgesetzt wird. In der letzten Saison haben wir 128 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Eine praktische Prüfung gibt es nicht, der Schüler muß nur zeigen, daß er das Gelernte beherrscht, sonst kriegt er kein Diplom.

Um sechs sind wir zurück. Ich stelle die Diplome aus, mache Termine, beschaffe Ersatzteile und Brennstoff fürs Boot und für die Kompressoren, besorge Gästen ein Quartier. Ich versuche, um sieben daheim zu sein. Ingrid, meine Freundin, ist Krankenschwester und hat Schichtdienst im Spital. Wenn es der Dienstplan erlaubt, essen wir zusammen zu Abend. Anschließend bringe ich das Pferd in den Stall, dann muß ich noch den Bürokram erledigen. Einmal pro Woche machen wir einen Nachttauchgang, von neun Uhr bis Mitternacht. Ansonsten gehe ich um elf ins Bett.

Im November hole ich das Schiff zum Überholen aus dem Wasser. Auch die Kompressoren und die Tauchgeräte werden zerlegt und für die nächste Saison fit gemacht. Die Ausrüstungen für die Taucher werden alle zwei bis drei Jahre erneuert. Im Winter habe ich auch mal Zeit, um auf Bionda in die Berge zu reiten. Im letzten Jahr war ich mit Ingrid und ein paar Tauchfreunden auf den Galapagosinseln. Sie hat sich an Deck gesonnt, und ich kam endlich wieder mal zum Tauchen.

Aufgezeichnet von Peter C. Hubschmid