Warum eigentlich nicht mal ein Hund als Bundespräsident? So ein schöner Dobermann oder ein Labrador sieht immer gut aus und würdig, ist staatsfreudig und immer in Form. Und da des Bundespräsidenten Reden ohnehin von anderen geschrieben werden, wäre es doch nur eine ehrliche Sache, wenn diese anderen sie auch vortrügen, und Präsident Hund säße im goldenen Armsessel feierlich hechelnd daneben! Im Alten Ägypten - im Gegensatz zum neuen Deutschland immerhin eine Hochkultur - gab es sogar Katzen- und Falkengottheiten. Aber so weit wollen wir natürlich nicht gehen.

So weit will auch Rosy nicht gehen, die dieses hübsche Bilderbuch gemalt und betextet hat: "Basil". Basil heißt nämlich in diesem Buch der Hund des kleinen Jungen, der selber leider keinen Namen hat. Und der sich ausmalt, wie es wäre, wenn nicht er in die doofe Schule gehen und Hausarbeiten machen müßte, sondern - Basil! Was der dann alles werden könnte: Arzt, Astronaut, Lehrer, ja und eben Bundespräsident. Denn ein bißchen was gelernt haben sollte man natürlich schon als Staatsoberhaupt . . . Alphabet, malnehmen, teilen und was es sonst noch so gibt.

Eine ganz einfache Geschichte, erzählt in ganz einfachen Bildern, bunt und mit drolligem Charme. Ein Buch, das ursprünglich übrigens in Brüssel erschienen ist, auf Französisch (und von Regina Zwerger übersetzt wurde, weil sie in der Schule fleißig Französisch gelernt hat). Also: Ein Buch, aus dem auch schon die ganz Kleinen (ab 3) spielend erfahren, daß nicht aller Tage Spieltag ist. Und lernen können, daß schon ein bißchen lernen muß, wer etwas werden und etwas machen will in diesem kleinen Leben. Als Mensch und vor allem als Hund.

Rosy:

Basil

Aus dem Französischen von Regina Zwerger; Annette Betz Verlag im Verlag Carl Ueberreuter, Wien und München 1994; 24,80 DM