Die Bekleidungshersteller in Deutschland hatten es im vergangenen Jahr wieder nicht leicht. Der Importdruck aus den Billiglohnländern stieg erneut, und zu allem Überfluß sparten die Konsumenten bei den Ausgaben für Kleidung. In dieser Zwickmühle tut alles gut, was Entlastung bringt. Bei der Hirsch AG aus Düsseldorf sorgte etwa die Minimode dafür, daß die Gewinne nicht ganz dahinschmolzen: Gut sechs Millionen Mark sparten die Rheinländer an Materialkosten ein, weil die Damenwelt bevorzugt zum schmalen Stoffstreifen griff. Angesichts von gerade mal 3,5 Millionen Mark Jahresüberschuß können die Hirsch-Manager den Minirock nicht hoch genug loben.

Doch was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. So wie die kurze Mode bei der Herrenwelt auf fast einhelligen Zuspruch stößt, findet sie bei manchen Damen ein durchaus gemischtes Echo. Und die Kostenentlastung bei Hirsch hat ihre Schattenseiten bei den Lieferanten: Wo weniger Stoff gebraucht wird, sinken die Umsätze der Tuchindustrie - einer Branche, die ebenfalls zu den Verlierern des gnadenlosen Kostenwettlaufs auf den Weltmärkten zählt. Jedes Ding hat eben seine zwei Seiten - auch der Mini.