Marco Finetti: "Ende eines Experiments", Zeit Nr. 15

Es entsteht der Eindruck, als ob die Stiftung Niedersachsen plötzlich und unerwartet aus Geldmangel die Förderung eingestellt habe. Richtig ist, daß ein von den "Vorlesungen" unabhängiges weiteres Projekt von Professor Prinz zur Lippe in der Tat mit den gegenwärtig verfügbaren Mitteln noch nicht entschieden werden konnte. Die Vorlesungen wurden allerdings nach dreijähriger Förderung am 12. März 1992 durch den Senat der Stiftung für weitere zwei Jahre verlängert mit dem Hinweis: "Eine darüber hinausgehende Verlängerung wird nicht erfolgen." Dieser Beschluß war allen Beteiligten bekannt. Aufgabe von Stiftungen ist es, Anstöße zu geben; Dauerförderungen übernehmen sie in aller Regel nicht. Der Senat hatte daher den letztmaligen Verlängerungsbeschluß 1992 mit der Bitte an die Geschäftsstelle verbunden, für die "Vorlesungen einen Träger zu suchen, der es ihr ermöglicht, die laufende wissenschaftliche Arbeit nach Beendigung der Finanzierung durch die Stiftung Niedersachsen ungeschmälert fortzusetzen". In Folge ist die Stiftung mit der Universität Oldenburg seit längerem im Gespräch, um mit einer weiteren Förderung eine Überleitung der Vorlesungen in die Trägerschaft der Universität zu erleichtern. "Die Summen . . . sind an sich kaum der Rede wert": Glücklich, wer dies sagen kann. Die Stiftung und viele Institutionen, die von ihr gefördert werden, denken über 1,25 Millionen Mark (die Gesamtförderungssumme für Vorlesungen) anders. Die Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts. Die Finanzierung der Jaspers-Vorlesungen wurde ausschließlich aus den Erträgen des Stiftungskapitals vorgenommen.

Dr. Dominik v. König (Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen), Hannover