Die Komprimierung von Daten ist letztlich nur ein Rechenverfahren, das der Computer auf sie anwendet. Die Aufzeichnung eines Fußballspiels etwa zeigt viele Bildteile grasgrün. Nun ist es, rein informationstechnisch, pure Verschwendung, jedem einzelnen Punkt des Rasens in jedem Einzelbild eine bestimmte Binärzahl zuzuweisen, die ihn als grün beschreibt.

Es genügt, wenn man einen Punkt als gleich oder ähnlich wie seine Nachbarn beschreibt oder gar nur mitteilt, daß sich auf bestimmten Flächen des Einzelbildes gegenüber dem vorausgegangenen nichts geändert hat - was in Film und Video bei 25 Bildern pro Sekunde oft der Fall ist.

Auf diese Weise wird Bildinformation kleingerechnet, platzsparend gespeichert und, wenn sie wieder auf dem Bildschirm gezeigt werden soll, auf die herkömmliche genaue Beschreibung aller Bildpunkte zurückgerechnet. Ein aufwendiger Vorgang.

Man kann ihn vereinfachen, indem man geringe Qualitätsverluste in Kauf nimmt. Wenn ein Bild nach Komprimierung und Dekomprimierung seinem Original nicht Punkt für Punkt gleichen muß, ist eine Verdichtung auf weniger als ein Hundertstel des ursprünglichen Speicherplatzes möglich. Diese Raten erreicht zum Beispiel das international standardisierte MPEG-I-Verfahren, das zur Speicherung von Bewegtbildern auf Compact Disc, also bei der eben eingeführten Video-CD verwendet wird.

Der Nachteil: Bei stark wechselnden Bildern, bei heftiger Bewegung im Bild - etwa einem überaus motivierten Stürmer - können momentweise grob gerasterte Bildteile, "Klötzchen" auftreten; starke Kontraste verursachen eventuell Schatten und Farbsäume.

Auch bei den MPEG-I-Videos ist der Preisverfall dramatisch. Ein System zur Komprimierung der Bilder "in Echtzeit", also so schnell, wie das Videosignal sie liefert, kostete im Herbst noch um die 60 000 Mark, nun sollen die Preise bald unter 10 000 Mark fallen.

Andererseits genügen für die Dekomprimierung von MPEG-I einfachere Chips. Nur so können Video-CD-Player zu Preisen angeboten werden, die für den Massenmarkt taugen (ab 1000 Mark); MPEG-Steckkarten erlauben es, Video-CDs am Personalcomputer zu betrachten (ab 300 Mark). Ein verwandtes Verfahren namens MPEG-II soll übrigens, wenn es nach den Technikern geht, zum Weltstandard fürs digitale Fernsehen werden.