Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.Allein, das ist: kein Schwein guckt herein, nie klingelt`s Telephon, nie schickt einer einem mal `ne Postkarte.Der Mensch allein würde auch nie einen Preis bekommen.Da könnte er noch so lange gearbeitet haben, allein im Winkel, an seiner bahnbrechenden Dissertation über die Geschichtsschreibung in Rom an der Schwelle zur Renaissance.Könnte noch so geblutet haben für seine Doktorarbeit über die Spuren von Andersens Märchen im Werk von Thomas Mann. Ach, niemand würde dieser genialen Jugendwerke gedenken, schnöde verliefe der Lauf der Welt, wie er läuft, ungelesen vertrockneten die edlen Früchte jugendlicher Schaffenskraft in den Regalen der Bibliotheken, mittellos verhungerten die Doktorande n in ihren menschenleeren Dachstuben. Darum braucht der Mensch einen Freund.Wer einen Freund hat, dem öffnet sich die Welt, zu dem fließt das Geld.Je 20 000 DM samt Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa respektive Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik bekommen die Doktoranden Gustav Seibt, Literaturredakteur der FAZ (Rom/Schwelle/Renaissance) und Michael Maar, FAZ-Autor (Spuren/Andersen/Mann), in diesem Jahr für ihre Dissertationen von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 60 000 bekommt der Lyrike r Durs Grünbein - den Büchnerpreis.Welch Freude wird da herrschen in diesem Jungmännerborn, in dem alle sich kennen und alle sich mögen und alle einander loben.Schon vor Jahr und Tag nannte Preisträger Seibt Preisträger Grünbein in der FAZ den "junge n Hofmannsthal".Und gerade erst dankte Preisträger Maar Preisträger Seibt für Hilfe und Korrekturen am Preisobjekt ("danke ich allen verbessernden Mitlesern und besonders Gustav . . .").Und eben noch lobte Preisträger Maar Preisjuror Heftrich, welche r auch der Thomas-Mann-Gesellschaft vorsteht, "deren Präsidenten Eckhard Heftrich" der Preisträger im Nachspruch zum Preisobjekt "für freundliche Förderung" dankt.Und hat nicht auch FAZ-Autor Heftrich FAZ-Redakteur Seibt irgendwie für die 74 Artikel zu danken, die der Preisjuror im Freundschaftszeitraum der letzten Jahre im Blatt seines Preisträgers veröffentlichen durfte?Wir jedenfalls danken dem wackren FAZ-Freundeskreis für diesen aparten Fall von Preis-Amigotismus, ohne dessen freundliche Förderung wir wieder nicht begriffen hätten, worauf es im Leben wirklich ankommt.