Als Reaktion auf die immer kritischeren Schadenswaldberichte hat Greenpeace das "Bergwaldprojekt" gestartet: Teilnehmer lernen in ihrem Urlaub den Lebensraum Bergwald kennen und sollen gleichzeitig zu seiner Rettung beitragen.

Das Bergwaldprojekt (BWP) gibt es seit 1987. Damals entwickelte Greenpeace die Idee einer alternativen Urlaubsgestaltung: aktiver Umweltschutz in den Ferien. Seit 1990 ist das BWP eine Stiftung mit Sitz in der Schweiz, 1994 wurde auch in Deutschland ein Verein Bergwaldprojekt gegründet.

Das BWP organisiert in Österreich, Deutschland (zum Beispiel im Harz) und der Schweiz Arbeitseinsätze mit Urlaubern, die den bedrohten Lebensraum der Bergwälder aus der Nähe kennenlernen wollen. Die einwöchigen Einsätze werden von Förstern betreut.

Die Initiatoren des Projekts setzen darauf, daß ein "intensives Erleben des Waldes mit allen Sinnen" den Teilnehmern die Schönheit des Bergwaldes näherbringt, sie aber auch für dessen Probleme sensibilisiert. "Gleichzeitig werden wichtige Arbeiten zum Schutz des Bergwaldes erledigt", berichtet Gitta Roselius vom Hamburger Büro und nennt Beispiele: Anlegen von Wildschutzzäunen, Pflege von Biotopen, Lawinenschutz-Bebauungen.

"Wenn man sieht, wie professionell diese Arbeiten erledigt wurden, glaubt man gar nicht, daß wir das mit Psychologiestudenten oder Hausfrauen gemacht haben", sagt Andreas Götz, Geschäftsführer der Schweizer BWP-Stiftung.

Das Konzept hat Erfolg: Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich bezeichnete die Arbeit 1992 als "in Europa einzigartig". Das Bayerische Fernsehen verlieh dem Projekt 1993 den Grünen Oscar, weil es "die Lobby des Bergwaldes" sei. Auch mit den Teilnehmerzahlen ist das BWP zufrieden - seit 1987 haben über 3000 Interessierte als Amateurförster gearbeitet, dieses Jahr werden etwa 800 hinzukommen.

Das Bergwaldprojekt steht jedem über achtzehn offen. Bevor es losgeht, gibt es von den Forstexperten die ausdrückliche Warnung, daß die Arbeit im Bergwald anstrengend sein könne. "Trotzdem wird von niemandem mehr verlangt, als er zu leisten vermag", versichert Stiftungsleiter Andreas Götz. Für Unterkunft und Verpflegung wird ebenso gesorgt wie für eine Unfallversicherung; die Anreise hingegen müssen die Teilnehmer selbst bezahlen.