Über den vielen Katastrophenmeldungen unserer Tage sind positive Ereignisse in Vergessenheit geraten: Namibia ist unabhängig geworden, in Südafrika ging das mittelalterliche Apartheidsystem ohne Bürgerkrieg zu Ende, nun scheint auch der längste und blutigste Krieg Afrikas sein Ende zu finden. Seit 1961 der Aufstand gegen die portugiesische Kolonialherrschaft in Angola begann, hat das Land keinen Frieden gesehen, denn als es schließlich 1975 seine Unabhängigkeit gewann, begann ein mit äußerster Grausamkeit geführter Bürgerkrieg zwischen den Rebellen Dos Santos und Savimbi, der nun schon zwanzig Jahre währt.

Das einst reiche Land ist vollkommen zerstört. Eine halbe Million Angolaner ist umgekommen, die Städte sind Ruinen, Straßen und Felder vermint - nirgendwo sonst in der Welt gibt es so viele amputierte Kinder. Als 1991 die Russen ihre Unterstützung für Dos Santos einstellten und Amerikaner und Südafrikaner Savimbi nicht mehr favorisierten, schlossen die beiden Frieden, und es gab Wahlen. Aber der Verlierer Savimbi griff verärgert erneut zu den Waffen. Inzwischen haben wohl beide eingesehen, daß keiner gewinnen kann. Diesmal besteht Aussicht, daß der im November unterzeichnete und jetzt durch Handschlag besiegelte Vertrag halten wird.