Tage der Forschung 1995

Als die deutschen Hochschulen, wissenschaftlichen Institute und Großforschungseinrichtungen im vergangenen Juni zum ersten Mal einen "Tag der Forschung" veranstalteten, stießen sie nur auf mäßiges Interesse. In diesem Jahr unternehmen sie mit einem deutlich umfangreicheren und zeitlich gestreckten Programm einen zweiten Anlauf. Die Tage der Forschung 1995 dauern bis Mitte Dezember und umfassen von Vorträgen über Ausstellungen bis zu Laborbesichtigungen mehr als 250 Veranstaltungen. Mit ihnen wollen die Wissenschaftseinrichtungen nicht nur ihre Arbeit vorstellen, sondern auch über die Bedeutung, Chancen und Risiken von Wissenschaft und Forschung informieren. Die einzelnen Veranstaltungen sind bei den jeweiligen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erfragen.

Chancen für Professorinnen

An den westdeutschen Hochschulen gelangen Frauen noch immer nur höchst selten in Spitzenpositionen - in den neuen Bundesländern sind ihre Chancen auf einen Lehrstuhl oder eine Professur dagegen deutlich besser: In Sachsen etwa wurden seit 1990 insgesamt 183 Professorinnen berufen. Damit liegt ihr Anteil hier inzwischen bei rund zehn Prozent, genau doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. Besonders stark vertreten sind die Wissenschaftlerinnen an den Kunsthochschulen, an denen jede vierte Professur mit einer Frau besetzt ist, sowie an den Hochschulen für Technik und Wirtschaft; an den klassischen Universitäten ist der Anteil der Professorinnen jedoch auch in den neuen Bundesländern deutlich geringer.