"Der Verleger Dr. Hubert Burda" halte das Futurekids-Projekt "für hochspannend", sagt Philipp Welte, der Pressesprecher des Verlages. Deshalb habe die Burda New Media GmbH von Beginn an die Schirmherrschaft über Futurekids übernommen. Dahinter stecke kein unmittelbares Geschäftsinteresse; es sei eher ein Versuch, "ein Testfall für die Kommunikation der Moderne".

Das Haus Burda, dessen Konzernumsatz 1993 bei 1,38 Milliarden Mark lag, hat dem Testfall schon sehr viel Wohlwollen entgegengebracht. Die beiden Futurekids-Unternehmer Zander und Kautz durften ein Büro in der Münchner Konzernzentrale beziehen, der Verlag hilft beim Marketing, und er unterstützt "eine bestimmte Anzahl von Futurekids-Kursen auch finanziell", so Bernd Zander.

Burda versucht seit längerem, im Multimedia-Geschäft Fuß zu fassen. Zusammen mit der Ravensburger Spielwaren AG entwickelt der Verlagskonzern Edutainment-Software für Kinder. Burdas Multimedia-Tochter Navigo, an der auch der Sender Pro Sieben Anteile hält, vertreibt die neuen "Super Mario"-Lernprogramme auf CD-ROM, etwa "Marios Rechenkünste" oder "Marios Vorschule". Das Magazin Familie & Computer startete der Verlag, um den Markt der neuen Heimcomputerbesitzer zu sondieren.

Mit dem Engagement bei Futurekids könne der Konzern "lernen, wie groß das Interesse der Kinder und Eltern an Edutainment-Software ist", verlautet von Burda. Möglicherweise lasse sich ein solches Projekt ja auch in das bestehende Schulsystem eingliedern.

Für Burdas Online-Aktivitäten ist Futurekids vielleicht ebenfalls interessant. Demnächst wird der Medienkonzern mit "Europe Online" über ein grenzüberspannendes Datennetz verfügen. "Das läßt sich prima mit unseren Futurekids-Aktivitäten verknüpfen", schwärmt Bernd Zander, "weil wir über die Datennetze weltweite Brieffreundschaften von Futurekids-Kindern aufbauen." Das sieht Burda nicht anders: "Eine Kooperation mit Europe Online ist denkbar."

Zur Zeit laufen in der Konzernzentrale Verhandlungen über eine finanzielle Beteiligung des Verlags an Futurekids Deutschland. Ob er dann die Mehrheit übernehmen wird, darüber schweigen beide Seiten. Jedenfalls haben auch andere Unternehmen schon Witterung aufgenommen. Vom Energiekonzern bis zur Großbank, so hört man in Wirtschaftskreisen, wollen namhafte deutsche Firmen das Projekt mit Sponsor-Kursen unterstützen.

Hansi Sachs lebt nun dank Burda schon mitten im Cyberspace, auf einem kleinen Bauernhof. Dort gibt es Schweine, die nicht stinken, und Kühe, die niemals geschlachtet werden, und wer sie besucht, macht sich nicht schmutzig. "PC-Piloten-Training" nennt sich das Programm; es erfordert Hansis ganze Konzentration. Seine Beinchen hängen auf dem viel zu großen Bürostuhl in der Luft, er regt sich kaum.