Vor einem Jahr war Apple ziemlich abgesackt: Die Firma erlöste gerade noch 2,08 Millionen Dollar aus ihren Geschäften. Sie mußte etliches Tafelsilber verkaufen, um auf einen Quartalsgewinn von 17,4 Millionen Dollar zu kommen.

Doch plötzlich geht es wieder aufwärts: Im vierten Quartal 1994 wurde etwa in Deutschland mehr Software für den Apple Macintosh als für Standard-PCs verkauft. Höchst verblüffend - aber so meldete es die Software Publishers Association.

Wenig später veröffentlichte Apple auch die Zahlen für das letzte Geschäftsquartal: Der Gewinn der Firma betrug demnach 73 Millionen Dollar - ein Anstieg um 320 Prozent.

So gut können schlechte Nachrichten aussehen. Die Frage ist nämlich, wie es weitergehen soll.

Erstens sind es bloß die teuren Toprechner vom Typ des Power Macintosh, die den Apple-Gewinn einfahren. 1,4 Millionen Stück hat Apple seit der Einführung im März 1994 weltweit verkauft. Im selben Zeitraum wurden 48 Millionen PCs nach Industriestandard produziert.

Zweitens sind es bloß die altbekannten Programme für den Macintosh, die da so gut im Rennen liegen. Wenn sie sich derzeit besser verkaufen als die Produkte für die PC-Konkurrenz, dann nur, weil dort alles auf die neue Systemsoftware Windows 95 wartet, deren Fähigkeiten die heute verkauften Windows-Programme nicht ausnutzen können (falls sie überhaupt zufriedenstellend laufen werden).

Der Apple-Welt mangelt es schmerzlich an Visionären und Programmierern, die mit tollen neuen Produkten dem Macintosh neue Erfolge schaffen könnten. Die Firma war stark, solange sie auf ihrem Gebiet, der innovativen Software, der Konkurrenz um zwei Längen voraus war. Mittlerweile ist der Marktanteil der Macintosh-Hardware zu gering, und viele Topleute in den Softwarelabors lassen die Plattform links liegen.