Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten in der Bundesrepublik wächst seit Jahren stetig. Wenn nichts Entscheidendes geschieht, wird die 200 000-Marke bald erreicht sein. Appelle, diesen Personen eine Chance in der Ausbildung und im Beruf zu geben, fruchten immer weniger, und dies, obwohl Arbeitgeber dem Gesetz nach dazu verpflichtet wären. Öffentliche, hierzu zählen auch die dem öffentlichen Dienst gleichgestellten Arbeitgeber, wie zum Beispiel Kirchen, Wohlfahrtsverbände wie auch private Arbeitgeber mit sechzehn und mehr Arbeitsplätzen, müssen sechs Prozent der Stellen mit schwer- und schwerstbehinderten Arbeitnehmern besetzen. Die Realität sieht leider anders aus. Mit der minimalen Ausgleichsabgabe von zur Zeit 200 Mark kaufen sich die Arbeitgeber, auch die, die sich als sozial ausgeben, frei. Anscheinend fällt es den Arbeitgebern leichter, die monatliche Ausgleichsabgabe von 200 Mark zu zahlen, anstatt beispielsweise einen Schwerbeschädigten im Betrieb sinnvoll einzusetzen. Da Appelle nicht fruchten, sollte der Gesetzgeber die Arbeitgeber verpflichten durch Gesetz, wonach sich kein Arbeitgeber entziehen kann, Schwerbeschädigte zu beschäftigen.

Wolfgang Banse, Wittingen