Die Stimmung in den deutschen Börsensälen hat sich merklich gebessert, doch die private Bankenkundschaft und die institutionellen Investoren halten sich nach wie vor zurück.Deshalb lassen die Umsätze auf dem Aktienmarkt weiterhin zu wünschen übrig.Auch mangelt es an Kaufaufträgen aus dem Ausland.Sie allein könnten dem Deutschen Aktienindex (Dax) etwas Schwung verleihen.Zumal es Banken gibt, die ihrer Kundschaft raten, den Aktienanteil an den Portefeuilles wieder zu verringern. Wenn es in letzter Zeit mit den deutschen Aktien dennoch bergauf gegangen ist, dann wegen der anhaltenden Hausse an der Wall Street.Der Dow Jones erreichte auch in dieser Woche wieder einen neuen Rekordstand.Eine weitere wesentliche Stütze für den Aktienmarkt war die nachlassende Stärke der Mark, vor allem gegenüber dem Dollar.Sie kam besonders jenen Werten zugute, die in den Wochen vorher aus Währungsgründen überdurchschnittlich unter Druck geraten waren - vor allem den Autoaktien, die zude m vom Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Japan profitierten.Käme es zu Sonderzöllen auf japanische Kraftfahrzeuge, so wird in den Börsensälen argumentiert, würden deutsche Automobilkonzerne zu den Nutznießern gehören. Eine weitere Stütze des Aktienmarktes bildeten die gesunkenen Zinsen.Die durchschnittliche Umlaufrendite öffentlicher Anleihen fiel zeitweise unter 6,50 Prozent.Dank des gestiegenen Dollar, der sich befriedigend entwickelnden Geldmenge und der stagnierenden Inflationsrate sind Befürchtungen, die Leitzinsen könnten schon in diesem Jahr wieder angehoben werden, zunächst vom Tisch.Um so mehr wundert es, daß davon die Finanztitel bisher nur wenig profitiert haben.Das mag daran liegen, da ß sich die Börsianer zu positive Vorstellungen von den Bankgewinnen im ersten Quartal gemacht hatten.In dieser Hinsicht hat besonders die Bayerische Vereinsbank enttäuscht.Auch die Lufthansa wartete für diesen Zeitraum mit einer Enttäuschung au f.Bisher hatten die Börsianer geglaubt, daß es mit der Luftfahrt schneller bergauf ginge.Im Vergleich dazu hat die Metallgesellschaft mit ihrem beachtlichen Ergebnis im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 1994/95 positiv überrascht.Kein Wunder, wenn der Kurs der Metallgesellschaft sprungartig nach oben geschnellt ist.Überdies scheint jetzt festzustehen, daß das Papier weiterhin zu den Dax-Werten gehören wird.Ungewöhnliche Kursgewinne verzeichneten ferner die Stamm- und Vorzugsaktien des Softwareherstellers SAP, die sich nunmehr der Marke von 2000 zu nähern scheinen.