Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe.Mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisierte Piers von Simpson, Spitzenmanager der englischen Investmentbank S.G.Warburg, die Abwerbeaktion, mit der der deutsche Branchenprimus dem Londoner Konkurrenten vier Aktienexperten abspenstig machte.Dieses Vorgehen sei "schockierend und nicht akzeptabel", empört sich Simpson, obwohl derartige Transfers in der Branche üblich sind.Lassen sich die Attacken noch als Reaktion eines verbitterten Bankers abtun - Warb urg steht wegen finanzieller Probleme vor der Übernahme durch den Schweizer Bankverein -, so muß der Vorstand der Deutschen Bank die Entwicklung im eigenen Hause ernster nehmen: Auch dort hängt der Segen schief. Nachdem sich die Frankfurter Zentrale entschlossen hat, das internationale Investmentbanking, also das Geschäft mit Wertpapieren und ausgeklügelten Firmenfinanzierungen, in London zu konzentrieren, treten nun interne Meinungsverschiedenheiten zutage, bei denen sich Engländer und Deutsche gegenüberstehen.Dabei geht es nicht nur um die richtige Strategie und um Kompetenzverteilungen, sondern auch ums Geld.Die deutschen Angestellten neiden ihren englischen Kollegen deren oft um ein Vielfaches höher e Einkommen.Nun müssen die zuständigen Vorstandsmitglieder Ronaldo Schmitz und John Craven den Streit schlichten - eine weitere undankbare Aufgabe für Schmitz, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Metallgesellschaft schon mit erheblichen Problemen z u kämpfen hatte. Im Gegensatz zu den Branchenkollegen Veba und Viag ist das RWE noch immer auf der Suche nach einem Partner für seine Aktivitäten in der Telekommunikation.Zwar hat es jüngst eine Vereinbarung mit der französischen Compagnie Générale des Eaux gegeben, die das Telephonservice-Unternehmen Dekraphone ganz unter die Fittiche des RWE bringt - der große Wurf ist das aber noch nicht. RWE-Chef Dietmar Kuhnt gibt sich jedoch zuversichtlich, in "absehbarer Zeit" eine Meldung präsentieren zu können, "die sich sehen lassen kann".Zwar habe man nicht "endlos Zeit", könne aber gelassen verhandeln.Veba und Viag haben mit den britischen Gesellschaften Cable & Wireless beziehungsweise British Telecommunications ihre international erfahrenen Partner bereits gefunden. Das RWE will sich aus dem großen Kuchen der Telekommunikation, der nach Kuhnts Meinung im Jahre 2000 einen Umsatz von rund hundert Milliarden Mark umfassen wird, ein Stück von fünf bis zehn Milliarden Mark herausschneiden.Daran sollen Partner des Konzerns zu fünfzig bis sechzig Prozent beteiligt sein.Während sich das RWE ansonsten künftig bei Akquisitionen zurückhalten will - in den vergangenen acht Jahren sind dafür zehn Milliarden Mark ausgegeben worden -, sind für die Telekommunikation Ausgaben von drei Milliarden Mark geplant, die durch Investitionen der Kooperationspartner auf insgesamt zehn Milliarden Mark anwachsen sollen. Bereits im dritten Jahr nacheinander muß der deutsche Textileinzelhandel nun schon deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen.Schlecht für die deutschen Bekleidungshersteller, die auch im Ausland weniger absetzen konnten, wie das Exportinstitut für deutsche Mode herausfand. Völlig unberührt vom Branchentrend scheint allerdings die Jil Sander AG in Hamburg.Roland Böhler, im vergangenen Jahr von Unternehmenschefin Jil Sander in den Vorstand geholt, konnte erneut glänzende Zahlen präsentieren: Der Umsatz stieg um gut vierzehn Prozent, der Jahresüberschuß wuchs fast um ein Viertel.Dabei fanden die nüchtern-eleganten Kreationen der hanseatischen Schneider nicht nur in Deutschland regen Zuspruch (plus 12 Prozent), sondern vor allem in Nordamerika (plus 60 Proze nt) und Fernost (plus 27 Prozent).Dem ehrgeizigen Böhler ist das nicht genug."Mindestens verdoppeln" will er den Konzernumsatz von zuletzt gut 150 Millionen Mark in den nächsten fünf Jahren.Im laufenden Jahr sind bereits Orders für 169 Millionen Mark im Kasten. Angesichts des Erfolgs dürfte es dem Unternehmen wohl nicht schwerfallen, den schon seit längerem gehegten Plan zu verwirklichen, künftig auch mit Männern ins Geschäft zu kommen."Beschlossen ist die Herrenkollektion schon", meint die Modemacherin.Ab wann die teuren Anzüge zu kaufen sein werden, will sie aber erst im Juli verraten. Geschäfte mit dem guten Gewissen der Verbraucher scheinen sich immer mehr zu lohnen: In Großbritannien wirbt jetzt die in Manchester ansässige CWS, die größte Einkaufsgenossenschaft der Insel, mit den "ethischen und ökologischen Standards" ihrer Waren.Produkte mit hohen Standards - Eier aus der Bodenzucht, Fleisch von Tieren, die nicht länger als acht Stunden transportiert wurden - sollen mit besonderen Etiketten markiert werden.Die Verbraucher können unter einer kostenlosen Rufnummer In formationen über Hersteller und Produktionsweise der Waren erhalten."Die Leute wollen immer häufiger wissen, wo die Produkte herkommen", begründet CWS-Geschäftsführer Bill Shannon sein Konzept. Die neue Werbestrategie entspringt einem kühlen Kalkül: CWS erhofft sich von den moralisch sauberen Produkten wachsende Umsätze.Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup unter 30 000 britischen Konsumenten ergab nämlich jüngst: Ein Drittel der Käufer hat bereits Geschäfte oder Produkte aus ethischen Gründen boykottiert, zwei Drittel halten das durchaus für möglich. "Auch in Deutschland gibt es diesen Trend", meint Manfred Dimper von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände.Bestätigt wird er durch eine neue Studie der GfK Markforschung, nach der fast ein Viertel der deutschen Käufer das Warenangebot für ökologisch unzureichend hält.Das Fazit der GfK: Der Markt für umweltverträgliche Produkte ist in Deutschland noch längst nicht gesättigt.Öko ist eben in.