Was halten Sie von folgender Aussage: "Der Treibhauseffekt ist die Folge eines Loches in der Erdatmosphäre." Ist das wahr oder falsch? Diese Frage, gestellt im Rahmen einer weltweiten Studie, förderte erstaunliche Unkenntnis zutage: Nur einer von fünf Befragten wußte, daß das Ozonloch nicht für die Aufheizung der Erde verantwortlich ist.

Doch die Umweltprobleme Ozonloch und Treibhauseffekt seien in den Köpfen der Leute offenbar "totally mixed up", meinte dazu Meinungsforscher Tom Smith, der die Befragung in den USA durchführte. Sozialwissenschaftler hatten in den Jahren 1993/94 das Wissen von mehr als 25 000 Menschen in zwanzig Ländern getestet und ihnen zwölf einfache Fragen aus den Bereichen Wissenschaft und Ökologie vorgelegt. Das Ergebnis, in der Zeitschrift New Scientist (Nr. 1975, S. 3) vorgestellt, offenbarte dabei so manche nationalspezifische Wissenslücke und unvorhergesehene Plazierung. Als kenntnisreichste Nation erwiesen sich beispielsweise die Kanadier mit durchschnittlich 7,6 richtig beantworteten Fragen, gefolgt von den Neuseeländern und Briten. Deutschland kam dagegen nur auf einen mittleren Platz, wobei Ostdeutsche (achter Rang) offenbar mehr wissen als Westdeutsche (zehnter Platz mit 6,4 Punkten).

Unerklärt ließ die Studie allerdings, warum gerade Kanadier auch in der Astrologiegläubigkeit führend sind. Immerhin 69 Prozent beantworteten dort die Frage, ob die Sterndeutung "eine gewisse wissenschaftliche Wahrheit" besitze, mit Ja. Auch jeder zweite befragte Brite stimmte dem zu, die Länder des Ostblocks dagegen erwiesen sich am skeptischsten. Dort bejahte die Astrologiefrage nur etwa jeder fünfte.

Just diese Staaten rangieren allerdings auch am unteren Ende der Wissensskala, die rote Laterne trägt beispielsweise Polen mit 4,3 Punkten. Lediglich in einer Frage wußten die Polen am besten Bescheid: Nur vier Prozent akzeptierten die Falschaussage: "Alle von Menschenhand erzeugten Chemikalien lösen Krebs aus, wenn man genug von ihnen ißt." In wohlhabenden Ländern wie den USA oder England bejahte dies immerhin jeder zweite.

Wenig überraschend dagegen, daß die Evolutionstheorie im Geburtsland Darwins am besten akzeptiert wird: 82 Prozent aller Briten vertraten die Ansicht, der Mensch stamme von früheren Spezies ab. Im katholisch geprägten Polen mochten dies dagegen nur 50 Prozent glauben und in Nordamerika gar nur 48 Prozent. Dort vertraut man offenbar eher der biblischen Schöpfungsgeschichte. Nur an eines glauben die US-Bürger wohl noch fester als an Gott: Glatte 77 Prozent konnten es sich nicht vorstellen, daß Autos "wirklich eine Hauptursache der Luftverschmutzung" darstellen.