Das sind sie nun wirklich, die Bundesbankiers in Frankfurt: wahre Hüter der Deutschen Mark. Man muß sie nur gewähren lassen, dann braucht - Maastricht hin, Maastricht her - kein Deutscher mehr zu befürchten, daß er das heißgeliebte Wohlstandssymbol gegen Ecu, Eurofranken oder Esperantotaler (oder wie die künftige gemeinsame Währung auch immer heißen soll) eintauschen muß.

Kein bürokratisches Hindernis ist zu klein, um nicht - unter der Frankfurter Lupe betrachtet - zu einer hohen Hürde für die europäische Währungsunion zu werden. Und weil die Absage von Hans Tietmeyer, dem Präsidenten der Bundesbank, an den 1. Januar 1997 als Termin für die dritte Stufe der Währungsunion niemand mehr überraschen konnte, schob Zentralbankratsmitglied Franz-Christoph Zeitler eine eigenwillige Vertragsinterpretation nach: Auch der 1. Januar 1999 sei kein "unverrückbares Datum". Treue ist für die Währungshüter eben nur keine zu vernachlässigende Sekundärtugend. Mark bleibt Mark - bis zum St.-Nimmerleins-Tag.