DIE ZEIT: Herr Hayek, im vergangenen Winter sank die Zahl der Übernachtungen in der Schweiz um sieben Prozent auf 7,19 Millionen - das schlechteste Ergebnis seit 1981. Die Schweiz droht ihr gutes Image als Urlaubsziel zu verlieren. Sie haben den Schweizer Tourismus analysiert - wo liegen die Ursachen für die Probleme?

Nicolas Hayek: Der Hauptgrund ist der Schweizer Franken, der immer mehr zu einer Fluchtwährung geworden ist. Der Franken hat sich gegenüber allen Währungen der Welt nach oben bewegt. Die besten Strategien der Welt helfen nichts, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt. Und das stimmt in der Schweiz nicht mehr.

ZEIT: Die Währungsturbulenzen sollen der einzige Grund für die Schwierigkeiten sein, in denen sich der Schweizer Tourismus momentan befindet?

Hayek: Nicht nur. Ein anderer Punkt ist, daß wir Konkurrenz bekommen haben. Die anderen Länder Europas haben sich massiv entwickelt - vor allem Spanien, Italien, Frankreich und Österreich; aber auch Amerika hat viel für den Tourismus getan, gerade für den Wintertourismus. Es gibt einen dritten Grund: Die Schweiz hat die Botschaft ihres Landes nicht mehr richtig nach außen transportiert.

ZEIT: Was heißt das?

Hayek: Wir haben die Warmherzigkeit verloren, die der Tourist erwartet.

ZEIT: Welches Image muß die Schweiz denn heute vermitteln, um für Urlauber attraktiv zu bleiben - Traditionalismus oder Modernität?