Der Autor behauptet, daß achtzig bis neunzig Prozent der beurteilten Beamten eine Eins (= ausgezeichnet) oder eine Zwei (= tritt erheblich hervor) erhalten. Das Erstaunen des Bundesministers des Innern ist mehr als verständlich und wohl auch nur als höfliche Umschreibung für "absoluter Schwachsinn" zu verstehen. Tatsache ist, daß in den Jahren seit 1951 in der Bundeszollverwaltung bei den Regelbeurteilungen im dreijährigen Abstand im gehobenen Dienst nur maximal 50 Prozent der Beurteilten eine sogenannte Beförderungsqualifikation erhalten konnten, und zwar 15 Prozent eine Eins (als absolute Ausnahme bei jeder Beurteilung) oder eine Zwei (als Regelfall) und 35 Prozent eine Drei (= tritt hervor). Die restlichen 50 Prozent der Beurteilten erhielten eine Vier (= entspricht den Anforderungen) oder schlechter. Mit der Beurteilungsnote Vier oder schlechter konnte ein Beamter nicht befördert werden.

Hans-Peter Struve, Hamburg