Es mag auch sein, daß die öffentlich Bediensteten im Vergleich zu anderen Berufsgruppen zu gut bezahlt werden. Gegen eine generelle Kürzung der Bezüge wäre nichts einzuwenden. Schließlich kann eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst auch als ein unbezahlbares Privileg betrachtet werden. Für das Gemeinwohl aller Bürger ein Arbeitsleben lang zuständig sein zu dürfen ist mit dem Verzicht aufs große Geld gerecht abgegolten.

Die Behauptung, eine sparsame Personalpolitik würde die Qualität der öffentlichen Verwaltung endgültig ruinieren, kann als Zweckbehauptung enttarnt werden. Sie wird in der Regel von solchen Politikern und Gewerkschaftern vertreten, die ihren politischen Einsatz eher aus der Optik ihrer persönlichen Einkünfte als von ihrem öffentlichen Auftrag her betrachten.

Wer also den öffentlichen Dienst ökonomisieren will, der sollte über sein Verhältnis zum demokratischen Rechtsstaat nachdenken. Der Rechtsstaat ist als "Firma" jedenfalls nicht vorstellbar.

Udo Knapp ist SPD-Mitglied und stellvertretender Landrat auf Rügen.