World Biodiversity Database

In Englisch, für Windows und Apple Macintosh; Springer Verlag, Heidelberg; zwischen 49,- und 298,- Mark

Seltene Tiere und Pflanzen finden ein neues Zuhause - die elektronischen Weiten. Selbst die dichtesten Netze sind dort für Fische und Seegurken keine Gefahr, und die Infobahn führt nicht quer durchs Balzrevier der Kraniche. Willkommen im Datenraum, der letzten ökologischen Nische!

Dies ehrgeizige Projekt nennt sich "World Biodiversity Database". Es stellt sich einer doppelten Informationskrise entgegen - der raschen Auslöschung genetischer Information und dem Mangel an Wissen über die Träger dieser Information. Ein Biologenteam am Zentrum für taxonomische Identifikation der Universität Amsterdam will die Vielfalt des Lebens so anschaulich, komplett und kompakt wie nie zuvor darstellen, auf CD-ROM. Das Amsterdamer Zentrum gilt als führend in der Taxonomie, der Artenbestimmung, und fungiert als Herausgeber der Werke. Die Reihe soll Umweltforschern und Naturschützern zur Seite stehen, die sich bisher durch beängstigende Wälzer ackern mußten, um Insekten, Orchideen oder Pilze zu identifizieren.

Der Anfang wurde 1994 mit den Vögeln Europas und den Seegurken Nordaustraliens gemacht. Aber schon in einigen Jahren wollen die Autoren weite Teile des Tier- und Pflanzenreiches abdecken, soll auch on line der Zugriff auf die aktuellsten Erkenntnisse der beschreibenden Biologie möglich sein. Gefördert wird das Projekt von der Unesco, denn sie hofft, daß es die Kommunikation innerhalb des Fachgebiets verbessert und so hilft, die Artenschutzkonvention von Rio besser umzusetzen.

Für den Sommer sind sieben Neuveröffentlichungen angekündigt - darunter die marinen Säugetiere und die Fische des Mittelmeeres. Dann geht es die Stammbäume rauf und runter: Hefepilze, Lemuren Madagaskars, Schwämme und Algen stehen auf dem Plan der Herausgeber.

Doch was unterscheidet dieses Projekt von herkömmlicher Fachliteratur? Zum Glück wird nicht, wie so oft, einfach eine Menge Daten auf Scheibe gepreßt. Die CD-ROMs bieten eine Bestimmungssoftware und machen auch Gebrauch von den neuesten Möglichkeiten der Technik: Integriert sind Videosequenzen, die einen besseren Eindruck vom Habitus der Tiere ermöglichen.