Robert Leicht: "Nur im Untergang lag die Befreiung", ZEIT Nr. 19

"Nur im Untergang lag die Befreiung". Die komprimierte Aussage dieser klaren und einfachen Zeile (der die überaus überzeugende Erläuterung folgt) kann ich dick unterstreichen! Eine wohltuende Zeile inmitten der verbalen Windungen und Verschraubungen in diesen Tagen und Wochen.

Herbert Holzing, Trier

Im Leitartikel finde ich das, was ich bei den moralisierenden Beschwörungen des 8. Mai 1945 oft vermisse: konstruktives Denken. Unmißverständlich macht er klar, daß zwischen "Tun" und "Ergehen" ein "unerbittlicher Zusammenhang" besteht, daß wir Deutsche aufgerufen sind, alles nur erdenklich Mögliche für ein friedliches Zusammenleben der europäischen Völker zu tun. Wir sind uns - hoffentlich - endlich unserer Schuld bewußt geworden, aber, wie Leicht sagt, bleibt die Geschichte nicht stehen, und unser Denken darf nach der glückhaften deutschen Wiedervereinigung nicht in nationalistischen Grenzen verharren. Der Einsatz für und in Europa ist gefordert, hoffentlich gelingt er, und die schlimmen Ereignisse in Exjugoslawien werden nicht zum Menetekel an der Wand.

Gabriele Fink, Meerbusch

Das Titelbild ist sehr beeindruckend, ja erschütternd. Und heute? Die Ruinen auf dem Photo sind längst wieder aufgebaut oder durch eine Grünanlage ersetzt. Bei dem Kriegsversehrten aber sieht es noch heute so aus: Sein Bein ist nicht nachgewachsen, seine Behinderung nicht geringer, seine Phantom- und Stumpfschmerzen unverändert. Ich weiß, wovon ich rede - und wie vielen ging und geht es noch viel schlimmer?

Hans Joachim Ulrich, Hannover