Der entscheidende Unterschied: Die BBC ist ein nationaler und zentralistischer Sender mit sage und schreibe 25 000 Angestellten. Die ARD hingegen ist auf die Länder verteilt und dadurch mit ihren Kräften zerfasert. Deshalb kann der Versuch einzelner Anstalten wie des WDR, mit minimalem Aufwand ein ähnlich informatives Programm zu machen wie die BBC, einfach nicht aufgehen.

Die ARD spart, weitet gleichzeitig ihr Programm aus und hofft auf mehr Hörer. Beim Hessischen Rundfunk zum Beispiel wird das Morgenmagazin "Start" mit drei Leuten gemacht, dem Redakteur, einem Producer und dem Moderator. Und das soll dann ein qualitativ hochwertiges, informatives und vielleicht auch noch unterhaltendes Programm sein. Das kann nicht klappen . . . Wie gesagt, nicht die Redakteure sind schuld. Die ARD verfügt über eine große Anzahl hellwacher, phantasievoller und professioneller Mitarbeiter.

Aber solange jede ARD-Anstalt alleine vor sich hin dümpelt, werden Anspruch und Realität einfach nicht übereinstimmen. Leider. Aber vielleicht kommt ja mal der Tag . . .

Michael Heine, London

Als Medienwissenschaftler, mehr noch aber als simpler Hörer, der sich über jede Alternative zu der Unzahl von Dudelsendern freut, finde ich es unangemessen, wie hier auf das Morgenecho im Radio 5 des WDR eingedroschen wird. Auch wenn Details der Rezension zutreffen mögen, werden mit einer dermaßen massiven Kritik die Programmreform als Ganzes, die dahinter stehende Redaktion und - vor allem - diejenigen getroffen, die sich im Zuge der Programmreform des WDR-Hörfunks für ein anspruchsvolles Wortprogramm stark gemacht haben. Der Leser muß den Eindruck gewinnen, daß der Autor mit seiner Kritik nicht Schwächen aufzeigen und hierdurch zur Verbesserung des nun gerade vier Monate alten Programm-Pflänzchens beitragen möchte.

Dr. Rolf Pausch, Köln

Das Schlagwort vom "Dudelfunk" ist meines Erachtens mißverständlich, weil es abwertend klingt. Gemeint ist wohl eher "Berieselung", ein Wort, das die Sachlage neutraler trifft. Radio hat sich nun einmal zum Medium für nebenbei entwickelt ("Sekundärmedium"): Heutzutage setzt sich kaum ein Mensch mehr in den Lehnstuhl und lauscht konzentriert einer ganz bestimmten, vorher ausgesuchten Sendung. Vielmehr läuft Radio im Hintergrund, man hört es als Nebenbeschäftigung beim Autofahren, Bügeln oder Schularbeitenmachen. Das Rezept für erfolgreiches Radio lautet daher: Unaggressive Musik und kurze, knappe Informationen zum Aufschnappen. Wer mehr wissen will, hat genügend Printmedien zur Verfügung, wie die ZEIT.