In der US-Verfassung steht wörtlich "Da eine gut geordnete Miliz . . ." ("A well regulated militia), being necessary . . ."). Die Gedanken der Gründerväter sind hier unmißverständlich, aber natürlich überholt. In Artikel 2 geht es allein um die Sicherheit des Staates, die damals nicht durch ein stehendes Bundesheer, sondern nur durch bundesstaatliche Milizen zu gewährleisten war. Damit Milizen sich selbst bewaffnen konnten, wurde der Waffenbesitz garantiert. Die heutige Propaganda der US-Waffenlobby verfälscht also schon doppelt die Verfassung. Zum einen verschweigt sie den Vorrang der Staatssicherheit - sie wird heute von einem millionenstarken Berufsheer besorgt -, zum anderen unterschlägt sie die Miliz als Begründung für den Waffenbesitz. Nicht einmal Nationalgardisten, die eigentlichen Nachfolger der Milizen von 1790, haben ihre Waffen zu Hause, sondern in Depots.

William M. Caldwell, Elsfleth