Ein solches Signal hat der nervös und nörgelnd geführten Dauerdiskussion über den Pflichtzölibat in der katholischen Kirche bislang gefehlt: Der 44jährige Hansjörg Vogel, populärer Bischof von Basel, gab es durch seinen Rücktritt mit dem mutigen Bekenntnis, daß er Vater wird. Ein unheiliger? Ohne päpstlich verpönte Schwangerschaftsverhütung und ganz anders als sein ins Gerede geratener, peinlich schweigender Wiener Amtsbruder Groer suchte Vogel "seelischen Halt in der Beziehung zu einer Frau" - nicht "geschwisterlich", wie der Papst jüngst empfahl!

Wirksamer als ein "Kirchenvolks-Begehren", das österreichische Katholiken jetzt für einen freiwilligen Zölibat mobilisieren, bringt Bischof Vogels "Fall" in Erinnerung: Der Zölibat war nie ein Dogma, aber stets ein Problem. Wenn er seinen Priestern Konkubinen verbiete, würden sie "heiraten wollen oder - Lutheraner werden", schrieb vor 450 Jahren ein Mainzer Erzbischof an den päpstlichen Nuntius.

Der heutige Nuntius in der Schweiz bekundet Respekt für Vogel. Er hoffe nun "auf Dialogbereitschaft, von unten und von oben". Womit wohl nicht der Himmel gemeint ist.