Verschwiegener Atomunfall

Ein bislang verschwiegener Unfall im Atommüllager von Dounreay an der Küste Nordschottlands hat erneut die Diskussion um die Ursachen der hohen Leukämierate von Kindern der Region entfacht. Nach internen Berichten des Betreibers, der United Kingdom Atomic Energy Authority, ereignete sich das Unglück am 10. Mai 1977. Zwei Kilogramm Natrium und Kalium wurden seinerzeit in einen 65 Meter tiefen Schacht hinabgelassen, in dem unter anderem abgebrannte Brennelemente aus den sechziger Jahren deponiert waren. Da die unterirdische Deponie mit Meerwasser überflutet war, kam es zu einer gewaltigen Explosion, in deren Folge das radioaktive Material in den Grund gelangte und offenbar weithin verbreitet wurde.

Im Küstenvorland von Dounreay, das bis vor kurzem noch öffentlich zugänglich war, wurden seit 1983 in jedem Jahr mehr als zehn radioaktive Partikeln gefunden. Eines der millimetergroßen Granulate wurde an einem vielbesuchten Strand entdeckt. Mit den bisher zugestandenen Pannen waren die gefundenen radioaktiven Mengen nicht zu erklären. Das verschwiegene Datum, das nun durch den jüngsten Bericht einer Kommission des Gesundheitsministeriums bekannt wurde, ist vermutlich der bislang schwerste Unfall von Dounreay.

MOX in Frankreich

Mit der Inbetriebnahme einer weiteren Fertigungsanlage haben die französischen Firmen Cogema und Framatome die industrielle Produktion von Kernbrennstäben aus Uran- und Plutoniumoxid (Mixed Oxydes oder kurz: MOX) mehr als verdoppelt. In der neuen Anlage, die von der gemeinsamen Tochtergesellschaft Melox in Marcoule bei Avignon errichtet wurde, werden seit Anfang des Jahres täglich etwa 350 Brennstäbe, entsprechend einer Jahresproduktion von 25 Tonnen, hergestellt. Die bisher einzige Anlage in Cadarache kam auf eine jährliche Produktion von 20 Tonnen. Kernbrennstäbe aus MOX werden in Druckwasserreaktoren verwendet, dem international am weitesten verbreiteten Reaktortyp. MOX wird durch Beimischung von Plutonium gefertigt, das in vormaligen Brennstoffzyklen erbrütet wurde und einen besonders hohen Heizwert hat. In Frankreich werden derzeit sieben Reaktoren mit MOX-Elementen betrieben. Nach dem Willen von Electricité de France sollen in den kommenden Jahren weitere zwanzig Meiler auf die Plutoniummischung umgerüstet werden.

Nebulöse Spiralgalaxie

Eine gegensinnig rotierende Gasscheibe im Zentrum einer Spiralgalaxie vervollständigt möglicherweise das Bild von der Entstehung solcher Himmelsgebilde. Eine Gruppe von Astronomen von der Universität Padua veröffentlichte jetzt die Ergebnisse einer spektroskopischen Untersuchung des Ionengases in der Galaxie NGC3626. Die gleichfalls spiralförmige innere Gasscheibe hat demnach eine ungewöhnlich große Masse und dreht sich - bezogen auf das Zentrum - mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 160 Kilometern in der Sekunde, und zwar im umgekehrten Sinn. Vermutlich handelt es sich um die beginnende Verschmelzung einer bereits entwickelten mit einer noch jungen, gasförmigen Struktur.