Als Graf de Sivrac im Juni 1791 in Paris das erste Laufrad vorstellte, hatte seine Célérifère noch einen entscheidenden Nachteil: Die Schnelltragende fuhr nur geradeaus. Durch die Konstruktion eines Lenkers konnte Freiherr Karl von Drais in der Patentschrift von 1818 stolz auf den Vorteil seiner Weiterentwicklung hinweisen, "dem Velociped die Richtung ganz nach Wunsch angeben zu können". Die wechselvolle Geschichte des Fahrrads hatte begonnen. Die vom Gütersloher "Kultursekretariat NRW" organisierte Ausstellung "Gegenwind" will zeigen, wie sich das Statussymbol einiger Exzentriker zum Massenverkehrsmittel entwickelte. Wurden die halsbrecherischen Hochräder der siebziger und achtziger Jahre noch belächelt, so brach um die Jahrhundertwende geradezu eine Fahrradeuphorie aus; Maiden in Matrosenkostümen warben für die Räder der Firma Hans Hartmann. Zwanzig Jahre später beugten sich schnauzbärtige Kerle über den glänzenden Chromlenker und machten für Dürkopp oder Göricke Reklame. Heute ist Holland das Mekka der Fahrradfans; gegen das Problem Seitenwind werden hier mannshohe Schutzzäune gebaut - ein Teil des "Masterplans Fiets". Auch dies zeigt die Ausstellung neben Plakaten, Rädern jeder Größe und Zubehörteilen. Sie wandert noch bis 1997 durch Nordrhein-Westfalen, die nächste Station ist vom 13. Oktober bis zum 25. November das Troisdorfer Rathaus. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist montags bis mittwochs von 8 bis 15 Uhr, donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Im Dezember ist Löhne Gastgeber und im Februar Paderborn. Auskunft: Kultursekretariat, Tel. 05241/161 91.