Erfindermesse

Der durchschnittliche Erfinder ist umweltbewegter Heimwerker mit Rückenschmerzen und Parkplatznöten. Diesen Eindruck vermittelte zumindest die Iena, Deutschlands größte Erfindermesse, die vergangene Woche in Nürnberg stattfand: Eine Fülle solarbetriebener Geräte, Werkzeuge zum Herausziehen von Nägeln aus Holz mit Hilfe von Hochstrommagneten, Massageapparate für den Rücken und verschiedene Ideen, wie Autos platzsparend verstaut werden könnten, waren typisch. Weitere Highlights der 500 Tüfteleien aus 27 Ländern:

"Tip-Jack", ein knapp neunzig Kilogramm schwerer Spannrahmen, stellt Autos nahezu hochkant. Mit einer Handkurbel wird der Wagen in eine ausbalancierte Seitenlage von circa achtzig Grad gekippt. So läßt sich der Unterboden inspizieren und reinigen.

Der "Gurtboy", ein länglicher Eimer mit eingebauten Rubbelflächen, reinigt Autosicherheitsgurte, ohne daß sie ausgebaut werden müßten. Eine sicherheitstechnische Notwendigkeit, wie der Erfinder betont. Verschmutzte Gurte rollten oft nicht mehr richtig auf und ab.

Der "Kuhigel" entspringt keinem Genlabor, er ist vielmehr eine Manschette mit Kunststoffstacheln, die über den Kuhschwanz gezogen wird. Dadurch kommt der Schwanz, wenn das Tier in der Box steht, nicht mehr mit dem verdreckten Boden in Berührung und verschmutzt weniger. So soll Infektionen vorgebeugt werden.

"Lakomy's" Schiefertafeln, in die das ABC und einzelne Wörter graviert sind, sollen beim Schreibenlernen helfen. Die Eleven fahren mit einem Holzstift die Buchstaben nach und tun sich so angeblich leichter bei ersten eigenständigen Kritzeleien.

Keine Erfindermesse ohne einen neuen Christbaumständer. "Easy Up" will das Problem des ewig schiefen Weihnachtsbaumes lösen. Einmal festgeschraubt, wird der Baum ausgerichtet, indem der stolze Besitzer einfach den Stamm in die Senkrechte schiebt. Wetten, daß auch dieser Ständer nicht der Weisheit letzter Schluß ist?