Die Urteilsschelte im Kommentar zur Frauenquote im öffentlichen Dienst hat der Europäische Gerichtshof nicht verdient. Der Artikel ist eine Zumutung für Leser, die wissen, daß der EuGH den Rechten der Frauen schon mehrfach zum Druchbruch verholfen hat. Er hat auch diesmal für das Diskriminierungsverbot und nicht gegen die Frauen entschieden. Im Kern hat der EuGH nur bestätigt, daß das Diskriminierungsverbot als individuelles Abwehrrecht nicht dem politischen Ziel zur Förderung eines Kollektivs untergeordnet werden darf.

Gerrit Harfst, Kiel

Warum wird nicht zwischen gleich qualifizierten Bewerbern und Bewerberinnen gelost? Jedes Geschlecht hätte dann eine Chance gemäß dem Anteil an den Bewerbungen. Auch die Parteimitgliedschaft spielte dann nicht mehr die große Rolle.

Erika Reiber, Hamburg

Hätte das Gericht anders entscheiden können? Wie beim "Kruzifix"-Urteil aus Karlsruhe konnten die Luxemburger Roben (ob nun Männer oder Frauen darunter stecken) zu keinem anderen Urteil kommen. Gleichstellung zu fördern, indem man Frauen bevorzugt, mag ein verführerischer dialektischer Ansatz sein - er ist juristisch nicht formulierbar, da er eine Contradictio in adjecto darstellt: "Bevorzugende Gleichstellung" - was ist das, ein eckiger Kreis?

Franz Csiky, Bruchsal