Das Ziel meiner Tour ist erreicht: Ich will noch heute mit dem Zug zurückfahren, mein Rad soll als Kuriergepäck an meine Heimatadresse geschickt werden.

Der Mann am Schalter sagt: Eine Transportkarte für das Fahrrad kann ich nur dann ausstellen, wenn Sie angeben, wo das Rad hier abgeholt werden soll und dann, wohin es gebracht werden soll. Ich sage: Geben Sie den Bahnhof als Abholadresse an und als Zielort meine Wohnung. Der Mann am Schalter: Abholen vom Bahnhof geht nicht. Es muß eine normale Adresse sein. Ich: Eine Adresse in diesem Ort habe ich nicht. Außerdem will ich in zwei Stunden abfahren. Der Mann am Schalter: Fragen Sie ein Hotel, ob es den Transport übernimmt.

Ich schiebe mit dem Rad wieder los. Im ersten Hotel heißt es: Mit solchen Radlergeschichten geben wir uns nicht ab. Aber übernachten können sie selbstverständlich gerne bei uns. Im zweiten Hotel meint man: Kommen Sie uns nicht mit so was. Die haben sich mal ein falsches Rad geschnappt. Wir haben dann fast dreißig Mark vertelephoniert - und bis jetzt noch keinen Pfennig zurückbekommen. Ich: Könnten Sie mir vielleicht ein Hotel nennen, das die Weiterleitung des Rades übernehmen würde? Die Dame an der Rezeption lächelt: Im "Flamingo", da werden Sie Glück haben - aber machen Sie sich keine Illusionen, ohne Übernachtung läuft gar nichts.

Der "Flamingo" nistet an der Peripherie der malerischen Innenstadt. Ich bringe mein Anliegen vor. Die Antwort: selbstverständlich. Wir bringen das Rad in die Garage und hier der Zimmerschlüssel, Nummer 112, erster Stock links. Ich hole vom Bahnhof das Ticket für das Rad: 46 Mark.

Am nächsten Morgen erklärt man mir im Hotel, man habe mit der Spedition, die auf dem Ticket angegeben ist, telephoniert - am Bestimmungsort muß das Ticket vorliegen, sonst wird das Rad nicht ausgehändigt. Ich sage: Das Taxi zum Bahnhof wartet draußen auf mich. Antwort: Das Radticket muß vorliegen, wenn das Rad von der Spedition abgeholt wird.

Ratlosigkeit macht sich breit. Das Ticket muß im Hotel bleiben, aber gleichzeitig muß ich es daheim vorzeigen. Die Radfahrkarte mit der Post zu schicken, würde zu lange dauern, denn die Spedition versichert, das Rad wäre in acht Stunden am Ziel. Im "Flamingo" macht man schließlich eine Photokopie in der Hoffnung, daß diese ausreichend ist.

Dann sitze ich im Zug, die Rechnung in der Tasche plus einer Bestätigung für die zehn Mark, die ich für die Verpackung zahlen mußte.