Am 22. und 23. Oktober 1995 Anreise mit dem Flugzeug von Newark/New York über Stockholm nach Paris, am 24. Oktober Konzert. Am 25. mit dem Zug von Paris nach Lausanne, Konzert. Am 26. mit dem Zug von Lausanne über Paris nach Antwerpen, Konzert. Am 27. mit dem Auto von Antwerpen nach Brüssel, mit dem Flugzeug von Brüssel nach Oslo, mit dem Auto von Oslo nach Kongsberg, Konzert. Am 28. mit dem Auto von Kongsberg nach Drammen, von Drammen mit dem Zug nach Bergen, Konzert. Am 29. mit dem Zug von Bergen nach Oslo, Konzert. Am 30. von Oslo mit dem Zug über Göteborg und Karlskrona nach Rönneby, am 31. Konzert.

Das waren an den ersten zehn Tagen der vierwöchigen Europatournee von Ray Anderson's Alligatory Band schon mal sechs Konzerte, zwölf Städte, fünf Länder, tausende von Kilometern.

Am Mittwoch, dem 1. November, mit dem Zug ab Rönneby 9.59 Uhr über Karlskrona nach Göteborg. 16.30 Uhr Hotel, 19 Uhr Soundcheck.

Das Nefertiti ist eine Backsteinhöhle im Souterrain, gedämpftes Licht, Schwarzweißphotos von Charlie Parker, Chet Baker und Nat King Cole, hölzerne Stühle um kleine runde Tische. Sechs Tage die Woche "Jazz, Food, Wine, Beer".

Die Musiker kommen zu Fuß vom Hotel, sie schleppen ihre Instrumente die Treppe hinunter in die sogenannte Garderobe, eine Kombination aus Fahrradwerkstatt und Abstellkammer. Mountainbikes lehnen an den Wänden, Mobiliar ist aufeinandergestapelt, Kabel, Spanplatten, Besen, Umzugskartons, Bohrmaschinen und Sägen liegen herum.

Ray Anderson und Lew Soloff holen die Einzelteile ihrer Hörner hervor, setzen sie zusammen und schicken ein paar Töne in die Luft zwischen den Heizungsrohren. "Meine Posaune ist völlig verstopft", schimpft Ray. "Da ist eine ganze Mahlzeit drin."

"Weißt du, was mal aus Dizzy Gillespies Trompete gekommen ist?" fragt Lew.