Wer eine Au-pair-Stelle im Ausland annimmt, verbessert seine Sprachkenntnisse und lernt obendrein eine fremde Kultur aus der Nähe kennen. Bei der Suche nach einer passenden Gastfamilie sind zahlreiche Organisationen behilflich.

Ihr Jahr in Amerika wird Andrea Fago nie vergessen: "Ich wurde dort sofort als Familienmitglied akzeptiert und habe noch heute Kontakt zu meinen Gastgebern." Inzwischen arbeitet Andrea Fago bei dem Verein Experiment, der als eine von mehreren gemeinnützigen Organisationen jungen Deutschen, meist Mädchen, eine Au-pair-Stelle in den Vereinigten Staaten vermittelt.

Anders als in den europäischen Staaten, ist es in den USA nicht möglich, sich auf eigene Faust eine Familie zu suchen, die einen Babysitter braucht. Nur wer über eine der offiziell anerkannten Organisationen ins Land kommt, erhält das einjährige Visum mit der notwendigen Arbeitserlaubnis.

Aber auch innerhalb Europas empfiehlt sich der Weg über eine der Au-pair-Vermittlungen. "Oft bewerben sich Mädchen einfach auf eine Anzeige und erleben dann böse Überraschungen", sagt Stefanie Möller vom Verein für Internationale Jugendarbeit. Die gemeinnützigen Vermittlungsorganisationen hingegen überprüfen die Gastfamilien und garantieren die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, die von der Unterbringung über die Bezahlung bis hin zur Arbeitszeit den Aufenthalt regeln.

Außerdem bieten die meisten Vereine auch Ansprechpartner im Ausland, die bei Schwierigkeiten mit den Gasteltern zur Seite stehen und auch kurzfristig eine Ersatzfamilie vermitteln können. Einen Überblick über die verschiedenen Vermittlungsorganisationen bietet "Das Au-pair-Handbuch" von Claus Stefan Becker (Verlag interconnections, Freiburg; 345 S., 29,80 Mark).

In den USA beträgt die Arbeitszeit maximal 45 Stunden pro Woche bei mindestens anderthalb freien Tagen und zwei Wochen bezahltem Urlaub. Als Lohn gibt es gegenwärtig 115 Dollar pro Woche Taschengeld sowie insgesamt 500 Dollar Zuschuß zu Sprach- oder anderen Weiterbildungskursen. Weil die Gastfamilien für den Flug zahlen und daher abgesichert sein wollen, falls jemand seine Arbeit nicht aufnimmt, muß eine Kaution bei der Organisation hinterlegt werden.

Der eingetragene Verein Experiment (Ubierstr. 30, 53173 Bonn, Tel. 0228/957 22-11), der bereits 1936 die ersten deutschen Au-pair- Mädchen nach Amerika vermittelte, verlangt 1000 Mark, die mit 2,5 Prozent verzinst werden. Außerdem sind 315 Mark an Gebühren zu zahlen, wenn die Vermittlung zustande kommt. Experiment bietet neuerdings die Möglichkeit, unter dem Motto bring a friend gleichzeitig mit einer Freundin maximal zwei Autostunden voneinander entfernt zu arbeiten.