Donnerstag, 18.00 Uhr, Utah State Prison. Als der große Uhrzeiger auf die Zwölf springt, öffnet ein Wärter die Zellentür von John Albert Taylor. Es ist Zeit zu gehen für Taylors Onkel, Gordon Lee. Zusammen mit seinem Onkel hatte Taylor sein letztes Mahl eingenommen, eine Pizza Ambassador. Auch einen anderen Wunsch hatte ihm Gefängnisdirektor Hank Galetka erfüllt. Taylor wollte Coca-Cola trinken, nicht Pepsi Cola, die ihm zuerst angeboten worden war. Mit einem dritten Wunsch hatte es Schwierigkeiten gegeben. Taylor wollte noch einmal in seinem Leben rauchen, zwei Zigaretten der Marke Pall Mall. Doch da war das "Reine-Luft-Gesetz" des Staates Utah vor, das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden, auch in Gefängnissen, untersagt. Aber Direktor Galetka hatte einen Ausweg gefunden. Als Taylor vom regulären Zellenblock zu der Todeszelle im Exekutionsgebäude geführt wurde, durfte er im Freien ein paar Züge von einer Pall Mall nehmen.

Am Morgen des Donnerstags hatte ein vom Pazifik kommender Sturm an Stärke gewonnen. Über dem Großen Salzsee sog er die Feuchtigkeit auf. In dicken Flocken rieselte den ganzen Tag über der Schnee auf das Staatsgefängnis. Taylor, im orangefarbenen Overall der Todeskandidaten, wurde im Laufe des Tages von einer seiner Schwestern und von dem katholischen Pater Reyes Rodriguez besucht, der ihn vor einer Woche noch getauft hatte. Abends war dann der Onkel da.

"Es war sehr gut, ich bin satt", sagt Taylor dem Wärter, als dieser ihm noch mehr von der kaum zur Hälfte gegessenen Pizza anbietet.

Er legt sich auf die Pritsche, liest Post. Er hat noch genau sechs Stunden zu leben.

Taylor könnte sich jetzt noch für einen Aufschub entscheiden.

Eine Verschiebung der Hinrichtung würde ihm automatisch gewährt.

Er hat noch nicht alle Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Der Ehrbare Ronald Boice, Bezirksbundesrichter, hält sich in Bereitschaft.