Weißt du noch? fragt meine Freundin. Der geliehene Bulli vor der Tür, alle Kisten verstaut und elterliche Ratschläge bis zum Abwinken.

Das Nichts-wie-raus-Gefühl! Die Freiheit, um Mitternacht Nudeln zu kochen! Ach, wir erinnern uns gut: der Aufbruch von zu Hause, die eigene Wohnung, damals, anno 1979.

Und heute? Da hört man von zufriedenen Nesthockern im Hotel Mama.

Lust aufs Erwachsenwerden? Na ja. Streit mit den Eltern? Nichts Grundsätzliches. Ziehen nur zögernd aus, diese Jungen. Und wenn - wie leben sie in ihrer ersten eigenen Wohnung? Vier Hausbesuche in einer Großstadt, in Hamburg.

Die Ordentliche

Stadtteil Hamm. Rotklinkerbauten aus den Fünfzigern reihen sich Straße um Straße aneinander. Quadratische Innenhöfe mit Rasenflächen, Teppichklopfstangen, immergrünen Büschen. Hinter den Fenstern zuckt bläuliches Licht. 20.15 Uhr, das Abendprogramm.

Crissoula wartet schon, erster Stock rechts. Zweiundzwanzig Jahre ist sie alt, Speditionskauffrau von Beruf. Während sie Tee aufgießt, notiere ich eilig: "Halblange blonde Haare, Flanellhemd mit Ethnomuster, Typ weiblich-wohlerzogen." Nein, versichert sie, sie habe nicht extra aufgeräumt. Sie putze gern.