Seit dem 1. Januar müssen ausländische Künstler und Sportler statt bisher fünfzehn Prozent nahezu das Doppelte von ihrer Bruttogage an den Fiskus abführen, wenn sie in Hamburg oder München auftreten.

Die Stars drohen damit, Deutschland zu meiden. Müssen wir zukünftig ins Ausland fahren, um die Stones oder Placido Domingo live zu erleben?

BÖNISCH: Ganz so schlimm wird es nicht kommen. Aber wir werden weniger ausländische Künstler in Deutschland sehen und vor allen Dingen kürzere Tourneen. Die Bands werden gerade noch so viele Auftritte machen, wie nötig sind, um die jeweilige CD zu verkaufen.

Also muß vor allem das Konzertpublikum für Herrn Waigels Begehrlichkeit büßen?

BÖNISCH: Das geht auch zu Lasten der Kulturvielfalt. Immerhin sind wir bislang weltweit der zweitstärkste Konzertmarkt nach den USA.

Haben ausländische Künstler schon Auftritte in Deutschland wegen der Steuer abgesagt?

BÖNISCH: Bei einer Versammlung britischer Agenten und Manager Ende letzten Jahres wurde schon damit gedroht, Deutschland bei Tourneen auszusparen. Chris de Burgh etwa kam schon zum Ergebnis, daß er bei Auftritten in Deutschland draufzahlen müßte.