Dies sind zwei Gedichte des persischen Dichters deutscher Sprache, Cyrus Atabay, der am 26. Januar in München gestorben ist. Der noch von Gottfried Benn geförderte Dichter, ein Neffe des Schahs, wurde am 6. September 1929 in Teheran geboren. Er besuchte von 1937 bis 1945 das Arndt-Gymnasium in Berlin-Dahlem, machte das Abitur in der Schweiz und studierte in München Germanistik. Er lebte, immer heimatlos, abwechselnd in London und Teheran, wo er nach der "Revolution" vom Chomeini-Regime 1978 ausgebürgert wurde. Aber in Deutschland wollte man ihm, einem Verwandten des gestürzten Schahs von Persien, damals auch kein Visum ausstellen.

Erst 1983 konnte er wieder nach München kommen, wo er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste wurde. "Einige Schatten" heißt sein erster Gedichtband (1956). Im Nachwort schrieb ihm damals schon Max Rychner die Mittlerfunktion zwischen Orient und Okzident zu, die für Atabay Lebensprogramm und dichterische Notwendigkeit war: "Altes Persisches und modern Westliches begegnen und verbinden sich in ihm." Der im verborgenen arbeitende Dichter hat Lyrik- und Prosabände veröffentlicht ("Die Leidenschaft der Neugierde"; "Stadtplan von Samarkand") und alte und neue Poesie aus Persien übersetzt.

Von den Launen der Sponsoren

Daß Amerika es besser habe, ist ein von Goethe in die Welt gesetztes Gerücht, dem wir unsere Zustimmung von Fall zu Fall nicht versagen.

Amerika hat es schon deshalb besser, weil es von Amerikanern bewohnt ist und nicht von notorisch schlechtgelaunten Deutschen. Daß auch die Kultur es in Amerika besser habe, weil sie nicht so sehr am Staatstropf hängt, sondern sich auch dem realen Engagement der Bürger verdankt, ist eine Geschichte, die wir bewundert und gern nacherzählt haben, die aber immer öfter zum Kultur-Krimi denaturiert, seitdem der Bürger Sponsor heißt. Unter dem Motto "Wer zahlt, schafft an" mischen sich als Mäzen kostümierte Geldgeber zunehmend ins Kunstgeschehen ein. Um sich dann auch, wenn's nicht mehr konveniert, rasch wieder zu verabschieden. So jetzt geschehen bei dem American Center in Paris, das 1981 eröffnet und nun wieder geschlossen wurde. Frank Gehry, Amerikas Paradiesvogel unter den Architekten, hatte es gebaut: 18 000 Quadratmeter für die Künste, ein Theatersaal, ein Kino, Studios, 26 Künstlerwohnungen. Der Bau war teurer geworden als gedacht, welcher Bau wird das nicht, und bald schon fehlte das Geld zur Bespielung des Hauses. Sponsoren hatten Zusagen rückgängig gemacht - jetzt gibt's statt wunderbarer Veranstaltungen einen Sozialplan für 23 Mitarbeiter. Der Gehry-Bau steht zum Verkauf, mit dem Erlös sollen Stipendien finanziert werden. Vielleicht kauft ja ein Sponsor den Bau.