In Peking, am Platz des Himmlischen Friedens, tickt die Uhr. Sie zählt die Stunden, die Hongkong noch verbleiben. Keine 520 Tage mehr, dann geht Chris Patten, kommt Liu Zhenwu - am 1. Juli 1997.

Wenn der letzte britische Gouverneur das Flugzeug nach London besteigt, zieht der Generalmajor der Volksbefreiungsarmee an der Spitze des Roten Ersten Regiments ein - um mit seiner Eliteeinheit Souveränität über Hongkong zu demonstrieren.

Nun ist die Zentrale Militärkommission in Peking sich bis heute nicht ganz sicher, ob ihren Soldaten die Herzen der Neubürger auch wirklich zufliegen werden. Deshalb will sie nur die Besten schicken, stolze Söhne der Volksrepublik: Großgewachsen werden sie sein, mit einem hübschen Gesicht, nicht ungebildet und des Kantonesischen wie des Englischen gleichermaßen mächtig. Schon heute üben sie den künftigen Garnisons-Song "I Love You, Hong Kong".

Eigentlich kann, bei so vielen vertrauensbildenden Maßnahmen, nicht mehr viel schiefgehen. Wäre da nicht die Erinnerung an den Juni 1989, als auf dem Tiananmen-Platz dem Studentenprotest das letzte Stündlein schlug. Dort, wo heute die Hongkong-Uhr tickt.