Auf der Jahrestagung der amerikanischen Astronomischen Gesellschaft präsentierten die beiden Astrophysiker Geoffrey Marcy und Paul Butler kürzlich eine Sensation. Sie behaupteten, im Sternbild Jungfrau und im Großen Bären gebe es zwei Planeten, "auf denen möglicherweise Leben existiert". Kritiker halten dies für Spekulation.

Angenommen, Marcy und Butler haben recht und die Menschheit entschließt sich, mit ihren neuen Nachbarn Kontakt aufzunehmen - wie könnte das aussehen? Auf Fragen dazu antwortet Jean-François Lieberherr von der European Space Agency, Leiter des Technologybüros im Direktorat für Trägersysteme, sprich: zuständig für Raketen.

Wie kommuniziert man mit fremden Wesen, die so weit entfernt leben?

Sie brauchen dazu ein sehr gutes Gedächtnis. Die beiden Planeten sind ja ungefähr dreißig Lichtjahre entfernt; eine Frage an die Fremden ist also dreißig Jahre unterwegs. Auf die Antwort warten Sie nochmals dreißig Jahre. Dazu kommt noch ein halbes Jahr - solange braucht die Bürokratie, bis sie eine Antwort formuliert hat.

Wenn wir beide eine Frage stellen, erleben wir die Antwort nicht mehr.

Richtig.

Eine Generation stellt also die Fragen, die nächste bekommt die Antworten. Was ist nun, wenn unsere Nachkommen Antworten auf Fragen bekommen, die sie überhaupt nicht interessieren?