Zu Beginn dieser Woche wartete der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem neuen Rekordhoch auf. Seit Jahresbeginn hat er damit um 8,5 Prozent zugelegt. Im ganzen Jahr 1995 waren es nur sieben Prozent. Kein Wunder, wenn sich die Börsianer Gedanken über eine Konsolidierungspause machen, zumal die Umsätze in jüngster Zeit kleiner ausfielen als in den ersten Januarwochen, als bei steigenden Kursen insbesondere inländische Großanleger Gewinne realisierten.

Käufer waren in erster Linie Ausländer.

Die Spekulationen auf eine Konsolidierung sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt wurden nicht zuletzt durch die nicht überschaubare Zinsentwicklung in den USA hervorgerufen. Darunter litt der zeitweise die Marke von 1,50 Mark streifende Dollar. Die Folge: Das Interesse an den exportstarken deutschen Unternehmen ließ nach. Das war auch bei den Autowerten zu beobachten, allerdings nicht bei Daimler.

Hier ist der Kurs nach dem "Ausstieg" bei Fokker deutlich über achthundert Mark gestiegen. Die Anleger honorierten das Stopfen der Verlustlöcher. "Gehandelt" werden an der Börse jetzt die Daimler-Gewinne für 1996 und 1997, die von den Analysten überraschend optimistisch angesetzt worden sind. Der Handel in den holländischen Fokker-Aktien ist zu einem reinen Glücksspiel geworden. Nachdem sie in diesem Jahr zunächst von 8 Mark auf 3,40 Mark fielen, erholten sie sich innerhalb von zwei Börsentagen um 55 Prozent.

Während der Anstieg des Dax zunächst fast ausschließlich von den konjunkturzyklischen Papieren getragen worden war, trat inzwischen eine Wende hin zu den Bankaktien ein, von denen die Werte der Deutschen Bank bevorzugt worden sind - auch wegen der Ankündigung, künftig nach internationalen Standards bilanzieren zu wollen.

Das würde - so heißt es - die Aufdeckung erheblicher stiller Reserven erzwingen. Die angekündigte Dividendenheraufsetzung von 1,65 auf 1,80 Mark für 1995 blieb ohne wesentliche Auswirkungen. Vereinzelt waren Hoffnungen aufgetaucht, der vorjährige Jubiläumsbonus von 0,30 Mark würde voll in die 1995er Dividende einbezogen. Zum Bedauern der Aktionäre ist dies jedoch nicht der Fall.

Am Rentenmarkt gibt es insofern eine neue Entwicklung, als immer mehr Händler davon ausgehen, daß es nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt zu der Europäischen Währungsunion kommen wird. Wer wegen der EWU Langläufer verkauft hat, kehrt nunmehr in diese Laufzeiten zurück - in der Hoffnung auf Kursgewinne sollte sich die Zinssenkung in Deutschland fortsetzen.