Seit Anfang Januar ist die erste Weltausstellung im Internet in Gang, und alle sind eingeladen teilzunehmen: Firmen, Institutionen, Staaten und Privatpersonen. Wer immer sich berufen fühlt, kann einen eigenen Pavillon anmelden und mit Bildern, Texten, Filmen oder Tondokumenten ausstatten.

Ausgedacht haben sich dieses ambitionierte Vorhaben zwei Amerikaner, Vinton Cerf und Carl Malamud. Die beiden reisen seit langem um die Welt, um Teilnehmer und Unterstützer zu werben. Cerf gilt als einer der Mitbegründer des Internet, Malamud betreibt ein digitales Radio im Netz. Eine Weltausstellung im Internet, so die Idee, könnte ein geeignetes Forum sein, die vielfältigen Möglichkeiten dieses weltweiten Computerverbundes zu demonstrieren.

Technisch gesprochen ist ein Pavillon ein beliebiger Netzrechner, auf dem der Messebeitrag dem Rest der Online-Welt zugänglich gemacht wird. Das kann eine elektronische Zeitung sein, ein ganzer Kiosk oder auch eine Radiostation - eine ist bereits auf Sendung, weitere sollen hinzukommen. Auch ist geplant, im Lauf des Jahres Veranstaltungen und Konferenzen aller Art abzuhalten.

Es spielt keine Rolle, an welchem Ort der Welt die digitalen Pavillons stehen. Von der Startseite der Weltausstellung aus sind sie alle bequem per Mausklick zu erreichen (http://park.org/). Die Anbindung soll bald noch verbessert werden: Nach und nach werden die beteiligten Rechner an die Internet Railroad angeschlossen, eine eigens für die Ausstellung installierte schnelle Datenleitung, die am Ende die wichtigsten Beiträge miteinander verbinden soll. Auf diese Weise bleiben auch datenaufwendige Exponate bequem zugänglich.

Die Leitung wird mit Hilfe von Sponsorengeldern verlegt; hauptsächlich amerikanische und japanische Unternehmen haben sich bisher beteiligt.

Teilstrecken sind bereits fertig, beispielsweise zwischen Tokio und Los Angeles oder zwischen Helsinki, Stockholm und St. Petersburg.

Die Veranstalter sehen das als ihren Beitrag, den Weg ins Informationszeitalter zu verbreitern. Aus demselben Grund sind die Teilnehmer auch dazu aufgerufen, weltweit Orte zu schaffen, an denen Computer mit Zugang zum Netz und zur Ausstellung für jedermann bereitstehen. Das können Internet-Cafés sein oder auch Terminals in Firmen oder in staatlichen Einrichtungen. In der Ausstellung erscheinen solche öffentlichen Orte dann als "Plätze"; auch sie können von allen Gästen aufgesucht werden.