Fritz Pleitgen hält es mit dem Altbundestrainer Sepp Herberger: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Das erste Match hat der Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), verantwortlich für die ARD-"Sportschau", glatt verloren: Im Kampf der Allianz von ARD/ZDF und RTL gegen Sat.1 um die Übertragungsrechte des Bundesligafußballs von 1997 bis Mitte 2000 ging der Mainzer Privatsender als Sieger vom Platz.

Um der Fußballshow "ran" die wichtigen Erstrechte zu erhalten, werden die Sat.1-Verantwortlichen tief in die Kasse greifen müssen. Die Rechteagentur ISPR jedenfalls, die für Sat.1 verhandelte, hat den Deutschen Fußball-Bund mit einer Summe gelockt, die den 550 Millionen Mark nahekommt, die die Dreierkombination geboten hat. Damit muß die ISPR schätzungsweise 180 Millionen Mark pro Saison refinanzieren - dreißig Prozent mehr als bisher.

Auch wenn 1997 noch ein bißchen hin ist - die ARD stellt sich schon jetzt die Frage, wie sie es künftig mit dem Bundesligafußball hält. Könnte sein, daß sich das Erste endgültig von der alten "Sportschau" verabschiedet und den Dritten Programmen am Sonntag oder Montag die Nachverwertung unter regionalen Gesichtspunkten überläßt - dabei ginge es nur noch um billige Dritt- oder Viertrechte. Fraglich ist auch, ob die ARD für die nächste Fußballsaison ihre Zweitrechte wahrnehmen und klaglos die Summe von 35 Millionen überweisen wird. Für Pleitgen war das "zu den Konditionen rausgeschmissenes Geld". Andererseits: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." So gesehen, wurde das Spiel gerade angepfiffen.