Wie man mit den zuweilen unflexiblen Beamtenvorschriften ganz flexibel verfahren kann, hat die Kieler Ministerpräsidentin Heide Simonis dem Bonner Beamtenminister Manfred Kanther vorgemacht. Karl-Heinz Paqué, seit 1991 Leiter der Forschungsabteilung Wachstum, Strukturpolitik und Internationale Arbeitsteilung im Kieler Institut für Weltwirtschaft, wäre automatisch Professor, stünde er beispielsweise im Beamtenverhältnis. Da Paqué jedoch nur Angestellter ist, durfte er nicht Professor sein, obwohl er sich mittlerweile sogar mit einer herausragenden Schrift habilitiert hatte und ihm nun freistand, sich anderswo nach einer Professur umzusehen.

Um letzteres zu verhindern, hätte man Paqué zum Beamten machen können. Dies wiederum hätte eine Grundsatzentscheidung der Landesregierung konterkariert, auf die Landeschefin Simonis besonders stolz ist. Demnach sind Beamtenverhältnisse streng auf wirklich hoheitliche Aufgaben beschränkt. Die Alternative, Paqué eine Honorarprofessur zu verleihen, scheiterte auch, weil die einschlägige Hochschulfakultät, die das alleinige Vorschlagsrecht hat, keinen Antrag stellte.

Findige Simonis-Mitarbeiter fanden schließlich heraus, daß Schleswig-Holstein aufgrund des allgemeinen Hoheitsrechtes verdiente Bürger und Bürgerinnen auszeichnen darf - auch mit einem Professorentitel. Und so geschah es dann. Ganz beiläufig hat diese Kieler Titelei auch noch eine Ungleichbehandlung von Angestellten und Beamten beseitigt. Denn warum sollte nur ein Beamter Professor sein dürfen? Vielleicht findet das Modell Paqué bald Nachahmer.

Eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Grüne erweckt ziemlich unverblümt den Eindruck, die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) betreibe Forschungen über elektronische Kriegführung, deren Ziel die Zerstörung und Manipulation von Daten ist. Die Vereinigten Staaten geben für diese Variante der psychologischen Kriegführung viel Geld aus.

Anlaß für den Verdacht, in den die GMD geriet, ist deren Zusammenarbeit mit der Informations- und Medienzentrale der Bundeswehr, die nach dem grünen Bundestagsabgeordneten Manuel Kiper organisatorisch ehemaligen Einheiten der psychologischen Verteidigung entstammt. Auf die Anfrage angesprochen, meinte GMD-Sprecherin Ute Schütz völlig entsetzt: "Alles Quatsch. Wir haben damit nichts zu tun." Das Gerücht über die "Elektronik-Krieger" der GMD hat dennoch einen realen, wenn auch harmlosen Hintergrund. Die GMD-Forscher dürfen das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Medienstudio der Info-Zentrale, offenbar das modernste seiner Art in Deutschland, mitbenutzen.

Verteidigungsminister Volker Rühe hat sich nun für Kontinuität bei der Bundeswehrrüstung entschieden. Für den in den Berliner Senat wechselnden Rüstungsstaatssekretär Jörg Schönbohm wird der bisherige Leiter der Hauptabteilung Rüstung, Gunnar Simon, die Rüstungsgeschäfte führen. Im Ministerium gab es daraufhin ein großes Durchatmen, hatte man doch befürchtet, Rühe werde statt des langjährigen Insiders Simon einen Außenseiter bevorzugen. Und mit neuen Besen, noch dazu solchen, die mit dem Rüstungsgeschäft wenig vertraut sind, haben Rühes Ausrüster keine guten Erfahrungen gemacht.