Am Samstag auf einer Tagung in Baltimore, US-Staat Maryland, wurde er wieder einmal ausgefochten: der neuronale Kampf der Geschlechter. Wer denkt wie, warum und vor allem: womit? Neue bildgebende Verfahren bringen Bewegung ins Spiel. Das Ergebnis zur Halbzeit ist enttäuschend: Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind verschwindend gering - wenigstens im Kopf. So rasch aber geben sich die Forscher nicht geschlagen. Einige Ballwechsel:

Ja, Männer haben die größeren Gehirne. Allerdings sterben ihre Nervenzellen vermutlich schneller ab, zudem sind die Zellen in weiblichen Köpfen dichter gepackt. Unentschieden.

Ja, Mädchen haben - wenigstens nach der Pubertät - eine schlechtere Auffassungsgabe für mathematische und naturwissenschaftliche Fragestellungen. Aber sie gleichen den kleinen Nachteil durch verstärkten Einsatz locker aus. Zudem scheinen mathematisch begabte Frauen weniger graue Zellen anstrengen zu müssen als Rechengenies männlichen Geschlechts. Unentschieden.

Ja, Männer nutzen entwicklungsgeschichtlich alte Regionen ihres Gehirns, wenn sie aufgefordert werden, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. Sie steuern primitive Gefühle und lassen den Trieben freien Lauf. Dagegen läßt der bei Frauen aktive Gehirnteil subtilere Emotionen aufkommen, läßt sie giftige Blicke aussenden oder finstere Intrigen ersinnen. Primitive Gewalt gegen subtile weibliche Waffen - unentschieden?

Wir warten auf den Schlußpfiff.